Konkurrenz durchs Kabel

Zahl der DSL-Anschlüsse geht zurück

Erstmals ist 2012 nicht nur die Anzahl der Telefonanschlüsse zurückgegangen, sondern auch die Zahl derer, die über DSL ins Internet gehen. Der Grund ist nicht, dass weniger Menschen das Internet nutzen, sondern dass sie es häufiger über alternative Medien tun.

Internetzugang© borissos / Fotolia.com

Bonn (AFP/red) - Der schnelle Zugang zum Internet per Telefonleitung spielt zwar immer noch die wichtigste Rolle, wie aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht der Bundesnetzagentur in Bonn hervorgeht. Andere Zugangsarten wie etwa der Kabelanschluss gewinnen demnach aber an Bedeutung. Deutlich steigt auch weiterhin die Zahl der Menschen, die sich per Handynetz mit dem Internet verbinden.

Weniger Telefonanschlüsse, mehr Kabelinternet

Insgesamt waren im vergangenen Jahr laut Netzagentur 28 Millionen Breitbandanschlüsse in Betrieb. 23,3 Millionen oder 83 Prozent davon waren DSL-Anschlüsse - 2011 waren es noch 23,5 Millionen. Die Zahl der schnellen Internetzugänge über Fernsehkabel wuchs auf 4,4 Millionen, das waren 800.000 (22 Prozent) mehr als noch 2011. Auch die Zahl der Telefonanschlüsse sank im vergangenen Jahr zum zweiten Mal leicht: von 38,0 auf 37,7 Millionen.

Ein Mbit/s nahezu flächendeckend verfügbar

Verfügbar sind schnelle Internetzugänge mit einer Geschwindigkeit von mindestens einem Megabit pro Sekunde laut Jahresbericht für 99,5 Prozent der Haushalte. Über die Hälfte habe sogar Zugang zu besonders schnellen Internetzugängen, die eine Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde bieten.

Die Nachfrage nach solchem Turbointernet bleibt laut Netzagentur aber vergleichsweise gering: 60 Prozent der Kunden nutzen demnach weiterhin Internetzugänge, die langsamer als zehn Megabit pro Sekunde sind. Hingegen bestellte nur jeder zehnte, der theoretisch Zugang zur Technologie hätte, auch tatsächlich einen solchen besonders schnellen Internetzugang.

Schnelles Datenwachstum bei gleichen Nutzerzahlen

Obwohl die Zahl der Internetnutzer in Deutschland mittlerweile kaum noch steigt, nimmt die Internetnutzung an sich weiterhin deutlich zu. Die hin und her geschickten Datenmengen beliefen sich 2012 laut Netzagentur auf mittlerweile 4,3 Milliarden Gigabyte (4,3 Exabyte).

Derweil telefonieren die Deutschen immer weniger von ihren Festnetz-Anschlüssen. Die Zahl der Gesprächsminuten sank 2012 laut Netzagentur auf rund 178 Milliarden. Besonders stark ging dabei die Zahl der Anrufe über die klassischen Telefonleitungen zurück. Stärker genutzt wird stattdessen die Internettelefonie - denn viele Konkurrenten der Deutschen Telekom bieten bei ihren Anschlüssen gar keine Telefonleitung mehr an, sondern setzen komplett auf die sogenannte VoIP-Telefonie. Diese Telefonate machten bereits 45 Milliarden Gesprächsminuten aus.

Der Trend geht zum Mobilfunk

Beim Telefonieren genauso wie beim Internetsurfen boomt zugleich weiter der Mobilfunk: 113 Millionen Handyanschlüsse gab es in Deutschland - Zweit- und Drittgeräte sind bei den Deutschen auf dem Vormarsch. Mittlerweile 2,3 Millionen Mobilfunk-Anschlüsse dienen der Kommunikation zwischen Geräten: Das können Autos sein, die automatisch den Pannendienst rufen, oder etwa Drucker, die ihre Servicetechniker über fehlenden Toner informieren.

Überraschend: Zahl der SMS gestiegen

110 Milliarden Minuten telefonierten die Deutschen im vergangenen Jahr mit dem Handy, das ist ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der versandten SMS kletterte weiter in die Höhe - obwohl E-Mails und andere Kurznachrichten-Dienste auf dem Smartphone der SMS große Konkurrenz machen. Die Deutschen versandten im vergangenen Jahr laut Netzagentur schätzungsweise 59,1 Milliarden SMS. 2011 waren es noch 54,9 Milliarden. Die Menge der per mobilem Internet versandten Daten wiederum stieg 2012 auf 140 Millionen Gigabyte (140 Petabyte) an.

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