Versorgung

WWF-Umfrage: Deutsche wollen erneuerbare Energien

Der Klimawandel ist für die Bundesbürger kein abstraktes Phänomen mehr, sondern wird als realistische Bedrohung eingeschätzt. In einer aktuellen WWF-Umfrage stuften 74 Prozent der Befragten die Gefahren durch die Klimaveränderungen als groß oder sehr groß ein. Entsprechend ausgeprägt ist der Wunsch, in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energie zu setzen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Auf die Frage nach der bevorzugten Energiequelle für künftige Kraftwerke entschieden sich 72 Prozent für erneuerbare Energien und 22 Prozent für Gaskraftwerke. Kohle präferierten nur fünf Prozent. Der WWF wertet die Ergebnisse als klares Plädoyer für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohle. "Es wäre nicht nur teuer und ökologisch unsinnig, die alten Anlagen durch neue Kohlendioxid-Schleudern zu ersetzen, sondern auch politisch unklug", nimmt Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland, Bezug auf die aktuelle Umfrage.

Die WWF-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut IPSOS aus Mölln durchgeführt. Die Wissenschaftler fragten unter anderem, inwieweit die Investitionspolitik der Stromkonzerne die Bundesbürger bei ihrer Wahl des Energieversorgers beeinflusst. 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Stromversorger gegebenenfalls wechseln würden. Für einen großen Teil hängt die Entscheidung über den Versorger auch vom Preis ab. Für fast 40 Prozent käme ein Wechsel aus diesem Grund nicht in Frage. Auffällig: Frauen liegt sauberer Strom offensichtlich besonders am Herzen.

Für den WWF stützen die Ergebnisse eine zukunftsweisende Energiepolitik. Der Stromsektor nehme hierbei eine Schlüsselrolle ein, denn mehr als ein Drittel der weltweit vom Menschen erzeugten Kohlendioxid-Emissionen sei auf die Stromversorgung zurückzuführen. Die Verbrennung von kohlenstoffreichen Energieträgern wie Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung führe weltweit jährlich zu einem Ausstoß von rund 24 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. "Eine nachhaltige Energiepolitik basiert auf drei Säulen: dem Abschied von der Kohle, verbesserter Effizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien", erläuterte Regine Günther abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Windkraft

    RWE freut sich über Gewinne von Konkurrent EON

    Bei RWE gehen die Einnahmen durch die Kohleverstromung zurück. Gleichzeitig verdient Konkurrent Eon im Ökostromgeschäft dazu. Und dennoch herrscht bei RWE deswegen gute Stimmung.

  • Steckdose

    Experte: Strompreise für Endkunden steigen

    Im Großhandel haben sich die Strompreise stark verteuert. Auch wenn sich diese Entwicklung nicht unmittelbar auf der Stromrechnung von Privatkunden niederschlägt, gehen Energieexperten langfristig von Preiserhöhungen aus.

  • Hochspannungsleitung

    Esso Energieprognose: Energieverbrauch sinkt langfristig

    Der Ölkonzern Esso hat eine Energieprognose bis 2020 vorgelegt. Für die nächsten fünf Jahre wird eine Stagnation des Verbrauchs vorhergesagt, danach ein zunächst geringfügiger Rückgang um 0,5 Prozent. Die vor allem langfristig wirksamen Verbesserungen der Energieeffizienz wird dann dazu führen, dass der Energiebedarf nach 2010 deutlich absinkt.

  • Stromtarife

    BEE: Stromkonzerne zocken Kunden ab

    Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) bezeichnet die aktuellen Preiserhöhungen der deutschen Stromversorger als Abzocke. Besonders "perfide" sei dabei die Behauptung, Grund sei die Förderung erneuerbarer Energien. Absurd sei auch die Darstellung, der Bedarf an Regelenergie für Windkraftanlagen würde zu Kostensteigerungen führen.

  • Stromtarife

    WWF analysiert Risiken und Chancen für internationale Stromversorger

    Stromerzeuger müssen ihre Investitionspolitik umstellen, wenn sie Gewinneinbrüchen entgehen wollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF, die die Finanzpolitik von 14 internationalen Stromkonzernen untersucht hat. Fazit: Wer früher aus der Kohle aussteigt, wird zu den Gewinnern gehören.

Top