Preissteigerungen

Wurstkartell manipulierte Preise

Wenn sich in den vergangenen Jahren der Wurstpreis erhöht hatte, lag das nicht unbedingt an dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage.

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Wenn sich in den vergangenen Jahren der Wurstpreis erhöht hatte, lag das nicht unbedingt an dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Eine Mitteilung des Bundeskartellamtes verrät, dass sich die Chefs namhafter Wursthersteller regelmäßig trafen, um sich über Preiserhöhungen zu verständigen.

Wurstkartell traf Preisabsprachen

In einem Hotel in Hamburg kam es über Jahrzehnte zu Treffen einer größeren Gruppe bekannter Unternehmer. In diesen Gesprächen im Hotel Atlantic ging es um Wurst – um genauer zu sein: Es ging um die Wurstpreise und um die Marktlage. Neben dem nach seinem Treffpunkt benannten "Atlantic-Kreis" sollen einzelne Unternehmer sich insbesondere seit 2003 regelmäßig auch telefonisch verabredet haben, um die Preisspannen für Produkte wie Schinken oder Würste festzulegen. Die Wursthersteller gingen dabei konkrete Vereinbarungen über Preiserhöhungen ein, um die höheren Preisforderungen gegenüber dem Einzelhandel durchzusetzen.

338 Millionen an Bußgeld

Das Bundesamt ging mit den Unternehmen hart ins Gericht. Die Bußgelder liegen insgesamt in einer Höhe von 338 Millionen Euro. Wie sich die Geldstrafen genau verteilen, gab das Bundeskartellamt nicht bekannt. Die Höhen der Bußgelder seien von wenigen Hunderttausend Euro bis hin zu Millionenbeträgen gestaffelt. Bestraft wurden insgesamt 21 Wursthersteller sowie 33 weitere Personen. Zu den Unternehmen gehören unter anderem die Herta GmbH, zugehörig zu Nestlé, die Wiesenhof Geflügelwurst GmbH & Co. KG, Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co. KG sowie die Böklunder Plumrose GmbH & Co. KG.

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