Nachgefragt

Wo die größten Stromfallen in Familien lauern

Wo liegen die größten Kostenfallen - in der Küche, der Fernsehecke oder im digital aufgerüsten Kinderzimmer? Eine typische Familie in Deutschland mit zwei Kindern verbraucht pro Jahr im Schnitt fast 5.700 Kilowattstunden Strom. Dabei entfallen allein auf die elektrischen Geräte rund 4.500 Kilowattstunden.

Wäsche waschen© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

München (red) - Das sind rund 1.200 Euro Stromkosten jährlich – mit steigender Tendenz. Denn getrieben wird diese Entwicklung durch die zunehmende Ausstattung deutscher Haushalte mit Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. In den letzten fünf Jahren hat sie sich neuen Berechnungen zufolge bei Computern um 15 Prozent, bei Mobiltelefonen um zwölf Prozent und bei Spielekonsolen um ganze 66 Prozent erhöht.

Küche und Jugendzimmer

Vor allem die Kinder- und Jugendzimmer werden zunehmend digital hochgerüstet. Obwohl sich die fortschreitende Mediennutzung immer deutlicher auf der Stromrechnung niederschlägt, stehen die größten Stromfresser dennoch oft woanders - und zwar in der Küche bzw. im Keller. Das hat Birgit Holfert vom Verbraucherzentrale Bundesverband dem Ökostromanbieter Polarstern vorgerechnet: "Zehn bis 15 Jahre alte Geräte verbrauchen schnell das Vierfache im Vergleich zu modernen Geräten." Das seien Strom-Mehrkosten von bis zu 180 Euro pro Jahr.

Was weiterhin massiv unterschätzt wird

Unterschätzt wird nach Erfahrung von Holfert jedoch der Verbrauch von Unterhaltungselektronik wie zum Beispiel Fernsehgeräten: "Große Plasma-Bildschirme schlagen mit bis zu 1.000 Kilowattstunden zu Buche. Auf das Jahr gerechnet sind das rund 270 Euro. Auch die Elektronisierung in den Kinderzimmern macht sich im Stromverbrauch und in den -kosten immer deutlicher bemerkbar - etwa, wenn der Rechner zum Musikhören stundenlang angelassen wird. Denn er benötigt wesentlich mehr Strom als etwa ein klassischer CD-Player." Daneben lauerten in Spielekonsolen, die an große Bildschirme angeschlossen sind, und in Netzgeräten, die in der Steckdose bleiben, verdeckte Stromfallen.

Verbrauch checken und ggf. den Anbieter wechseln

Familien, die ihren persönlichen Energiefressern auf den Grund gehen wollen, können die Energie-Checks der Verbraucherzentrale nutzen – der Basis-Check kostet zehn Euro – oder sich dort ein Strommessgerät ausleihen. Auch eine Recherche im Internet kann lohnen, falls man solche Energie-Checks häufiger machen möchte: Strommessgeräte gibt es schon für rund 20 Euro. Das größte Sparpotenzial liegt vielfach jedoch im Wechsel des Stromanbieters. Vor allem solche Familien, die noch nie den Anbieter gewechselt haben und weiterhin vom örtlichen Versorger beliefert werden, können viel Geld sparen - und durch einen Anbieterwechsel außerdem selbst bestimmen, aus welchen Quellen der bezogene Strom stammen soll.

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