Stromerzeugung

Windkraftwerke in der Nordsee erzeugen deutlich mehr Energie

2018 produzierten die Windkraftwerke in der Nordsee rund fünf Prozent mehr Strom als noch im Jahr zuvor. Mit der Energiemenge könnten theoretisch knapp sechs Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.

WindkraftNetzbetreiber Tennet hat mit seinen Kapazitäten für Windkraftwerke schon beinahe das Ausbauziel der Regierung für 2020 erreicht.© Rebel / Fotolia.com

Hamburg/Bayreuth - Die Windkraftwerke auf der Nordsee haben 2018 knapp fünf Prozent mehr Strom erzeugt als im Vorjahr. Insgesamt stieg die produzierte Menge auf 16,75 Terawattstunden (TWh). Das teilte der Netzbetreiber Tennet am Donnerstag in Bayreuth mit. Dazu kommen noch 2,35 TWh aus der Ostsee, die nicht zum Versorgungsgebiet von Tennet gehört. Insgesamt haben die deutschen Offshore-Kraftwerke somit 19,1 TWh Strom produziert, gegenüber 17,5 TWh im Vorjahr. Damit könnte rechnerisch der Stromverbrauch von fast sechs Millionen Haushalten gedeckt werden. Gemessen an der gesamten Windstrom-Produktion steuert Offshore knapp 18 Prozent bei.

Weniger neue Windkraftwerke als im Vorjahr

Der Gesamtzuwachs war indes deutlich niedriger als in den Vorjahren, weil weniger Windparks neu ans Netz gingen. Die Kapazitäten in der Nordsee erhöhten sich von 4.687 auf 5.313 Megawatt. Diese theoretische Kapazität wird in der Praxis jedoch bislang nicht ausgeschöpft, weil nicht alle Windkraftwerke auf vollen Touren laufen.

Zu viel Strom vom Meer

Zudem kann der Strom aufgrund fehlender Netzkapazitäten an Land nicht immer vollständig weitertransportiert werden, die Windräder auf See werden dann abgeregelt. Die bislang höchste Einspeiseleistung erreichten die Nordsee-Windräder am 15. Dezember mit 4.773 Megawatt. Das entspricht der Leistung von fünf Kohle- oder Kernkraftwerken.

Tennet ist nah dran am Ausbauziel 2020

Die Kapazitäten von Tennet zum Abtransport des Nordsee-Stroms liegen mit 6.232 Megawatt deutlich höher als die Produktion. "Damit erfüllt Tennet schon jetzt nahezu das Ausbauziel der Bundesregierung für das Jahr 2020, das Offshore-Windkapazitäten von 6.500 Megawatt vorsieht", sagte Geschäftsführer Wilfried Breuer. Bereits in diesem Jahr werde Tennet das Ziel übererfüllen und bis zum Jahresende insgesamt 7.123 Megawatt Übertragungskapazität in der Nordsee in Betrieb nehmen.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Windkraft

    Wieder mehr Windkraft: Altmaier ruft Branche und Bürger an einen Tisch

    Bei der Windkraft an Land stagniert der Ausbau nahezu. Im ersten halben Halbjahr 2019 wurden landesweit gerade einmal 86 neue Anlagen an das Stromnetz angeschlossen. Auch die Bundesregierung scheint nun alarmiert.

  • Hochspannungsleitungen

    Zu wenig Energie: Stromnetz in kritischer Lage

    Wenn in das Stromnetz zu viel oder zu wenig Energie eingespeist wird, kann es zu einem Stromausfall kommen. Die Lage war im Juni mehrmals angespannt.

  • Netzausbau

    Nordlink-Stromtrasse erhält weitere EU-Hilfen

    Die Stromtrasse Nordlink soll ab 2020 Ökostrom von Norwegen nach Deutschland leiten und umgekehrt. Die Europäische Union hatte 2017 bereits einen Kredit in Millionenhöhe für das Projekt zugesagt, jetzt folgt eine weitere Finanzspritze.

  • Hochspannungsleitung

    Weniger Noteingriffe zur Stabilisierung der Stromnetze

    Der Ausbau der Stromnetze macht sich offenbar allmählich bezahlt: Zur Stabilisierung der Stromversorgung mussten die Netzbetreiber deutlich seltener eingreifen und Kraftwerke ihre Produktion drosseln. Das könnte sich auch bald bei den Stromkosten positiv bemerkbar machen.

  • Elektrizität

    Fehlende Netze: Reservekraftwerke kosten Millionen

    Reservekraftwerke kosteten Verbraucher 2015 nach vorläufigen Zahlen 170 Millionen Euro und der Bedarf soll im nächsten Winter noch steigen. Die Stromreserve ist laut Bundesnetzagentur noch solange notwendig, bis die Stromnetzte für den Transport von Ökostrom ausreichend ausgebaut sind.

Top