Kurswechsel

Windkraftverband fordert politische Kontinuität

Seit Inkrafttreten des von der rot-grünen Bundesregierung und Parlamentsmehrheit formulierten Erneuerbare-Energien-Gesetz hätte sich die Windenergie in Deutschland erheblich entwickelt. Zukunftsprojekte mit technischen Innovationen könnten aufgrund der langen Vorlaufzeiten jedoch erst in den kommenden Jahren realisiert werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Wir fordern Kontinuität in der Politik für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Hier darf es nicht alle paar Jahre einen Kurswechsel geben. Das stellt technische Innovationen in Frage, schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland, verunsichert Kunden und gefährdet Unternehmen, die im Vertrauen auf politische Kontinuität erhebliche Vorleistungen in die Entwicklung neuer Projekte investiert haben." So kommentiert Dr. Wolfgang von Geldern, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Windkraftwerke e.V. (WVW), die derzeitige Diskussion um den künftigen Kurs für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Wenn die Politik nach nur drei Jahren die gesetzlichen Grundlagen in wesentlichen Punkten schon wieder verändern will, indem sie ohnehin sinkende Vergütungssätze noch weiter reduziert, zerstöre sie die Grundlage künftiger Projekte, in die im Vertrauen auf gesetzliche Kontinuität erhebliche Vorleistungen erbracht wurden. "Zukunftsentwicklungen wie das Repowering und der Bau von Offshore-Windparks sind illusorisch, wenn der Branche jetzt politisch der Wind abgedreht wird." Erforderlich sei Kontinuität. Immerhin hätten die bisherigen Regelungen schon dazu geführt, dass die Kosten für Strom aus Windenergie in nur zwölf Jahren um mehr als 50 Prozent gesenkt werden konnten. Das sei der beste Beleg für ausgesprochen große Innovation in der Branche.

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