Windbranche fürchtet Nachteile für Erneuerbare durch Schwarz-Gelb
Der Bundesverband Windenergie befürchtet, dass mit der von Union und FDP vereinbarten Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken der Ausbau alternativer Energien massiven Schaden nimmt.

Landau (ddp/red) - Mit zusätzlichem Strom aus Atomkraftwerken würden die Netze und Strommärkte verstopft und damit der Vorrang der Erneuerbaren Energien wieder in Frage gestellt, sagte Verbandspräsident Hermann Albers der "Rheinpfalz am Sonntag". Die Branche beschäftige inzwischen über 280.000 Menschen, davon rund 100.000 in der Windindustrie. Mit ihrem Entschluss riskiere die Koalition, dass der Jobmotor Erneuerbare Energien ins Stottern gerate und damit der Anstieg der Beschäftigtenzahl auf rund 500.000 verfehlt werde.
Der Verbandschef wies die vorgesehenen Beteiligung seiner Branche an den Gewinnen aus der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke zurück. Damit werde der Konflikt zwischen Atom- und Erneuerbarer Energie nicht gelöst, sondern vielmehr der dringend notwendige Umbau des deutschen Kraftwerkparks verhindert. Ziel müsse eine dezentrale, erneuerbare und vor allem das Klima schützende Energieerzeugung bleiben. Stattdessen zementiere Schwarz-Gelb die bestehenden Monopole der Energiewirtschaft.
RWE steigert Gewinn - bangen um Kohlemeiler
Der Essener Energieriese RWE kann sich 2017 über eine deutlich verbesserte Bilanz gegenüber dem Vorjahr freuen. Besorgt zeigt sich Konzernchef Krebber über die politischen Pläne zur Drosselung des Kohlestroms. In Deutschland basiert der Kraftwerkspark der Firma zu 60 Prozent aus Kohlemeilern.
Studie: Bis 2030 ist in allen G20-Ländern Ökostrom am günstigsten
Einer Studie zufolge kommt der günstigste Strom 2030 in sämtlichen G20-Ländern aus Windparks oder Solaranlagen. Bereit 2015 war demnach die Windenergie die günstigste Energiequelle in vielen Ländern Europas, in Südamerika, China und Australien.
Schwarz-Gelb will keine unbegrenzten AKW-Laufzeiten
Auch in der künftigen Regierung stößt eine unbegrenzte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke auf Vorbehalte. Vor allem FDP-Politiker äußerten sich dazu ablehnend oder stellten zumindest weitgehende Bedingungen für eine solche Entscheidung.
CSU knüpft längere Laufzeiten an strenge Auflagen
Die CSU will eine Verlängerung von Kernkraftwerkslaufzeiten an strengere Auflagen für die Betreiber knüpfen. "Nur bei finanzieller Beteiligung der Energieversorgungsunternehmen an der Sanierung der Asse II" solle eine Verlängerung der Laufzeiten "um jeweils 8 bis 10 Jahre" möglich sein.
Pinkwart will längere Laufzeiten nur für effiziente AKW
Der Wissenschaftsminister von NRW ist der Meinung, dass eine Verlängerung von AKW-Laufzeiten nicht ohne weiteres zugelassen werden dürfe. Vielmehr sollten aus Pinkwarts Sicht nur effiziente Meiler weiter genutzt und unsichere dafür abgeschaltet werden.