Preissteigerungen

Wie Regeln und Normen den Hausbau verteuern

Beim Wohnungs- und Hausbau muss man in Deutschland eine Schippe mehr Geld investieren als noch vor einigen Jahren.

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Beim Wohnungs- und Hausbau muss man in Deutschland eine Schippe mehr Geld investieren als noch vor einigen Jahren. Ein wesentlicher Grund dafür sind einer Studie zufolge Normen und Verordnungen von EU, Bund und Kommunen. Die Auflagen in Sachen Energieeffizienz und Umweltschutz treiben demnach die Kosten massiv in die Höhe.

Baukosten stiegen um 36 Prozent

"Kostentreiber für den Wohnungsbau" nennt sich die Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in Kiel (ARGE), welche die Baupreise seit 2000 genauer untersucht hat. Demnach sind die Preise für den Bau eines durchschnittlichen Mehrfamilienhauses um 36 Prozent gestiegen, berichtet auch die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Die Kosten für Materialien und Handwerker seien aber kaum höher als zuvor. Ein besonderer Faktor für die Kostensteigerung seien dafür die Ausbaukosten, die im Mittel um fast 70 Prozent teurer seien als noch vor 15 Jahren. Dazu zählen beispielsweise alle Ausgaben für Bäder, Heizung, Elektrik und Küchen.

Verordnungen für den Hausbau

Wiederum größter Posten bei den Ausbaukosten sei der Bereich Energie. Verordnungen schreiben immer strengere und teurere Regeln für Heizung, Dämmung und Lüftungsanlagen vor. Bekanntes Regelwerk hierzu ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Der Studie zufolge sollen die Ausbaukosten mit der nächsten Novellierung des EnEV 2016 noch einmal um sieben Prozent steigen. Laut ARGE werden die Kosten beim Bau eines typischen Mehrfamilienhauses mit zwölf Wohnungen durch die EnEV-Novellierung um rund 86.000 Euro steigen. Die Einsparungen bei den Heizkosten reichten bei weitem nicht aus, um die Mehrkosten auszugleichen.

Regeln der Kommunen und DIN-Normen

Auch die Kommunen würden Anforderungen stellen, die zu größeren Kostensteigerungen führten. Vorschriften der Städte, wie spezielle Bauformen oder erweiterte Regeln zum Brandschutz, hätten die Kosten in Ballungsgebieten im Mittel um 82 Euro pro Quadratmeter verteuert, schreibt die "Süddeutsche" weiter.

Daneben sind es auch Regeln, die nicht mal im Gesetz verankert sind, die den Hausbau verteuern. Ein Beispiel seien die DIN-Normen für den Schallschutz, die auch ohne gesetzlich verankert zu sein praktisch eine Pflicht darstellen. Der Lärmschutz kann nämlich juristische Relevanz erhalten. Künftige Bewohner könnten eine Mietminderung aufgrund von Lärmbelästigung einklagen.

Auch Mieter sind von den erhöhten Kosten betroffen. Steigen für kommunale Unternehmen und private Immobiliengesellschaften die Kosten beim Bau von Wohnungen, ist es immer schwieriger, günstige Wohnräume anzubieten. "Es geht ja auch nicht darum, schlechtere Gebäude zu bauen. Aber wenn die Anforderungen immer noch weiter steigen, dann können wir es mit dem Bau bezahlbarer Mietwohnungen vergessen", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko, der Zeitung.

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