Folgeschäden

Wenn Schnee zur Gefahr für die Solaranlage wird

Die ersten Frostnächte gab es bereits, und bis zu länger anhaltenden Schneefällen ist es wohl nicht mehr lange hin. Logisch, dass schneebedeckte Solarmodule einen geringeren Ertrag bringen, doch wirklich problematisch sind meist erst die Folgeschäden - etwa durch die Schneelast.

Solaranlage© electriceye / Fotolia.com

München (red) - Schneelasten und Kälte können leicht Solarmodule, Halterung, Elektronik oder Verkabelung beschädigen – die Folge sind häufig unbemerkte Ertragsausfälle in den Sommermonaten. Obwohl sich Photovoltaik grundsätzlich auch zur Winterzeit lohnt, produzieren die Anlagen das Gros des Stroms doch von Frühling bis Herbst; neben der Sonnenscheindauer ist der flachere Einstrahlwinkel im Winter hierfür hauptverantwortlich. Verschneite Anlagen sind daher weniger ein Hemmnis - vor allem bei Montagewinkeln größer als 30 Grad rutscht der Schnee schnell wieder ab.

Die Schneelast und ihre Folgen

Als problematisch können sich jedoch die Lasten erweisen, die durch die Schneedecke auftreten: Gerade bei nassem Schnee liegen schnell 80 Kilogramm und mehr pro Quadratmeter an, in Bergregionen kann dieser Wert leicht doppelt so hoch sein. Friert der Schnee fest, können Module auf Dauer beschädigt werden. Relativ schnell kann es außerdem passieren, dass Halterungen und damit auch die Verkabelung in Mitleidenschaft gezogen werden. Prekär: Da Module meist per Reihenschaltung in Strings miteinander verbunden sind, reicht bereits eine Schadstelle, um die Leistung eines ganzen Strings dauerhaft negativ zu beeinträchtigen. Räumversuche bergen jedoch die Gefahr zusätzlicher Schäden (oder Unfälle) und sollten daher unterlassen werden.

Sichtprüfung und Datenanalyse

"Photovoltaikkraftwerke sind von kalter Witterung durchaus betroffen, häufig langfristig. Wir empfehlen, die Anlagen nach Möglichkeit im Frühjahr einer erweiterten Sichtprüfung zu unterziehen. Zumindest teilweise können so Defekte erkannt oder vermieden werden, etwa bei sich lösenden Steckverbindungen oder brüchigen Kabeln", erklärt Günter Seel, Vorstand der smartblue AG, eines Herstellers von Service- und Wartungskonzepten für Photovoltaik-Anlagen. Eine intelligente Datenanalyse erkenne beispielsweise, wenn Schnee liegt, indem sie die Daten von Wettersatelliten berücksichtigt. Auf diese Weise können Anlagenbetreiber im Frühjahr zuverlässig erkennen, ob die Leistungswerte noch stimmen.

Dokumentation von Schäden auch in Bildform

Auch Anlagenbesitzer, die über ein Photovoltaik-Monitoring verfügen, sollten Seel zufolge einige Aspekte beachten. Insbesondere gelte es, Fehlermeldungen zu dokumentieren. Auch sollten die festgestellten Schäden nach Möglichkeit festgehalten werden – wenn etwa Schneelasten einen Defekt verursacht haben, können Fotos bei der späteren Regulierung des Schadens durch eine Versicherung hilfreich sein. Auch Schäden an Modulen sollten, wenn möglich, als Bild festgehalten werden. Gemeinsam mit der Datenauswertung einer Überwachungslösung für die Solaranlage können sich Defekte so einfach zuordnen lassen, so dass Hersteller den nötigen Nachweis für Garantieleistungen vorliegen haben.

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