Kreditwürdigkeit

Weniger Immobilienkredite durch strengere Prüfung

Seit Ende März gibt es neue Regeln für Immobilienkredite. Die Kreditwürdigkeit der Häuslebauer und -käufer wird nun strenger geprüft. Mehrere Bankenverbände berichten von einem deutlichen Rückgang der vermittelten Kredite.

Einfamilienhaus© RRF / Fotolia.com

Frankfurt – Verschärfte Bestimmungen für die Vergabe von Immobilienkrediten sorgen für Unmut in der Finanzbranche. Seit Inkrafttreten des Gesetzes Ende März vermeldeten mehrere Sparkassenverbände im zweiten Quartal 2016 einen Einbruch der Immobilien-Darlehenszusagen um zehn bis zwanzig Prozent. Verbraucherschützer haben dagegen bislang keine Hinweise, dass Kreditwünsche im großen Stil abgelehnt werden und sprechen von "markanten Einzelfällen".

Kreditwürdigkeit von Kunden wird genauer geprüft

Durch eine EU-Richtlinie, die im Frühjahr in deutsches Recht umgesetzt wurde, werden die Institute verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer zu prüfen. Verbraucher sollen so vor wackligen Finanzierungen geschützt werden.

Baden-Württembergs Sparkassenverbands-Chef Peter Schneider hält die Regeln für "völlig überzogen und ohne Grund", auch weil es vorher keine hohen Kreditausfälle gegeben habe. "Es war ein völlig problemfreier Geschäftszweig." Das Gesetz solle geändert werden.

Weniger Zusagen für Immobilienkredite

Die Immobiliendarlehen-Zusagen seien in Baden-Württemberg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesunken. Im ersten Vierteljahr - also vor Inkrafttreten des Gesetzes - seien es hingegen 13 Prozent mehr gewesen. Auch andere Sparkassenverbände berichteten auf Anfrage von Rückgängen: In Bayern war es ein Minus um etwa zehn Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, in Niedersachsen um zwölf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, in Ostdeutschland um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Auch Volksbanken berichten von Gegenwind. Banken wie die ING Diba meldeten hingegen keine Rückgänge.

Quelle: DPA

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