Genehmigt

Weitere Stromleitung nach Polen soll Engpässe verhindern

Zwischen Deutschland und Polen entsteht eine neue leistungsstarke Stromverbindung. Diese dritte Koppelstelle zwischen beiden Ländern ist aufgrund von Engpässen im Stromhandel notwendig geworden. Polens Stromproduktion beträgt rund ein Viertel der deutschen Menge.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Der deutsche Netzbetreiber "50Hertz Transmission" und die polnische Netzgesellschaft PSE Operator haben eine gemeinsame Gesellschaft zur Vorbereitung des Baus einer Höchstspannungsleitung gegründet. Deren Kapazität reiche rechnerisch aus, um die Produktion eines kompletten Atomkraftwerks zu transportieren. "Wir rechnen damit, dass die Gesellschaft im Sommer ins Handelsregister eingetragen wird", bestätigte eine Firmensprecherin der "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgabe).

Gegenwärtig entstehen an den nationalen Grenzen häufig Engpässe für den Stromhandel. Bisher gebe es lediglich zwei Verbindungen zwischen den Stromnetzen Deutschlands und Polens. Das Bundeskartellamt hat die Gemeinschaftsfirma Gerpol, an der beide Unternehmen je 50 Prozent der Anteile halten, vor wenigen Tagen genehmigt und damit den Weg für eine dritte Koppelstelle frei gemacht. Bis zum Ende der Bauarbeiten unter der Regie der beiden Netzbetreiber dürften mehrere Jahre vergehen. Polen ist mit einer Stromproduktion von 144 Terawattstunden - ein Viertel der deutschen Menge - nach Frankreich der zweitgrößte Strommarkt eines Nachbarlands.

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