Preissteigerungen

Warum der Statistische Warenkorb die Inflation so schlecht abbildet

Es ist das große Thema unseres Blogs: die Inflation, die unserer Ansicht nach höher liegt als es manche unserer Vertreter in Berlin wahrhaben (oder kundtun) wollen.

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Es ist das große Thema unseres Blogs: die Inflation, die unserer Ansicht nach höher liegt als es manche unserer Vertreter in Berlin wahrhaben (oder kundtun) wollen. Sich zur Gegenrede auf den Statistischen Warenkorb zu berufen taugt nur sehr bedingt.

Warum der Warenkorb eine Schieflage hat

Es sind vor allem zwei Gründe, warum der so genannte Statistische Warenkorb, der die Preise der am häufigsten nachgefragten Güter bzw. Dienstleistungen abbilden soll, eine solche Schieflage hat - und aus Sicht vieler Kritiker nicht die tatsächlichen Preissteigerungen beinhaltet, die unseren Alltag bestimmen. Mal abgesehen von dem grundsätzlichen Problem, solch einen Warenkorb zu "normieren", ist der eine wesentliche Grund für seine schwache Aussagekraft das gleichberechtigte Einrechnen von Gütern, die nur sehr selten angeschafft werden - etwa Autos, Waschmaschinen oder Sofas. Solche Großgüter, die man im Regelfall nur alle paar Jahre kauft, sind aber in den letzten Jahren vielfach billiger geworden - und verzerren damit das Gesamtbild des Warenkorbes.

Täglich benötigte Güter unterliegen höherer Teuerung

Ganz anders sieht es aber bei den Gütern des täglichen Bedarfs aus, die wir alle sehr regelmäßig einkaufen oder in Anspruch nehmen. Dazu zählt der Cappuccino to go ebenso wie der Kopfsalat auf dem Markt oder der Strom für die so selten angeschaffte Waschmaschine. Wenn also beispielsweise ein Achtel Waschmaschine eingerechnet wird, diese aber billiger geworden ist, gleicht dies den teurer gewordenen Cappuccino im Mittel gewissermaßen aus - obwohl eine Waschmaschine vielleicht zehn oder 20 Jahre läuft, der Kaffee aber jeden Morgen auf dem Weg zum Zug gekauft wird.

Wie bedeutsam die Zusammensetzung eines solchen Warenkorbs für den Grad der Inflation ist, zeigen nicht zuletzt die USA. Nachdem während der Clinton-Administration der Warenkorb auf neue Füße gestellt wurde, sank alleine aufgrund dessen die Inflation merklich.

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