Zustimmung und Forderung

vzbv: Netzengelte müssen rasch sinken

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt das von der Bundesnetzagentur vorgelegte Regulierungskonzept. Für den Verband rückt damit das Ende überzogener Netzentgelte für Strom und Gas in Sichtweite, sagte vzbv-Vorstand Prof. Edda Müller heute in Berlin.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Absenken aller Netzentgelte auf das Durchschnittsniveau könne aber nur der erste Schritt sein. Edda Müller: "Erst wenn die Besten am Markt zur Messlatte werden, wird die Selbstbedienung beendet und Wettbewerb möglich." Hier müsse die Netzagentur nach Ansicht der Verbraucherschützer mutiger sein, um ein Absenkung der Netzentgelte auf das Niveau der effizientesten Unternehmen früher zu erreichen.

Positiv bewertet Müller die Anreizregulierung. Mit ihr würde nun auch in Deutschland ein "modernes Kapitel der Regulierung von Strom- und Gasnetzen" aufgeschlagen. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz soll nach der Vorlage des Berichts der Bundesnetzagentur eine entsprechende Verordnung zur Anreizregulierung mit Zustimmung des Bundesrates bis Ende 2006 in Kraft treten.

Doch es gibt auch Kritik. So soll die dritte Stufe der Absenkung der Netzentgelte bis zu acht Jahren dauern. Dies ist nach Auffassung des vzbv zu langsam. Außerdem sollten strenge Qualitätsstandards eingeführt werden. Die vorgeschlagenen Mindeststandards für Servicequalität und Zuverlässigkeit sowie die Höhe der Strafgelder stellen nach Ansicht des vzbv einen zu geringen Anreiz zur Qualitätssicherung dar.

Der vzbv rechnet vor, dass im internationalen Vergleich die deutschen Netzentgelte durchschnittlich um bis zu 40 Prozent sinken müssten. Dies bedeute eine Einsparung bei den Stromkosten von zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde. Nach Abschätzung der Verbraucherschützer könnte die erste Genehmigungsrunde zu einer Absenkung von zehn bis fünfzehn Prozent führen. "Den Rest muss die Anreizregulierung schaffen", so Edda Müller.

Sie weist allerdings darauf hin, dass die Netzentgelte nur einen Drittel des Strompreises ausmachen. Weitere Senkungspotentiale liegen ihrer Ansicht nach bei der Stromerzeugung. Durch eine konsequente Netzregulierung und mehr Wettbewerb im Markt ließen sich nach Schätzungen des vzbv die Stromkosten bei einem durchschnittlichen Verbraucher von 3500 Kilowattstunden um jährlich bis zu 175 Euro absenken.

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