Standortfaktor Stromnetzentgelt

VIK: Vattenfall-Netzpreise schon vor Erhöhung überteuert

Mittels einer Vergleichsrechnung belegt der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft die Standortnachteile für energieintensive Betriebe in Ostdeutschland. Sie würden heute schon viel mehr zahlen als die Kollegen im Westen Deutschlands. Diese Schere vergrößert sich, wenn Vattenfall wie angekündigt die Netzpreise erhöht.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - Die angekündigten Netzpreiserhöhungen bei Vattenfall Transmission würden die Chancen der Industriestandorte im Osten Deutschlands gegenüber Standorten in Westdeutschland deutlich mindern. Das ist das Ergebnis einer Vergleichsrechnung des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK).

Erhöht Vattenfall seine Netzentgelte um die angekündigten 19 Prozent, würde sich die Preisschere im Vergleich mit E.ON, EnBW und RWE weiter öffnen. Laut VIK bezahlt ein Netzkunde in den neuen Bundesländern bei einer Leistung von 50 Megawatt und einem Jahresverbrauch von 300 Gigawattstunden mit dem Anschluss an das Übertragungsnetz von Vattenfall momentan bereits eine halbe Million Euro pro Jahr mehr als vergleichbare Kunden in den alten Ländern. Würde Vattenfall die angekündigte Steigerung umsetzen, erhöht sich der Abstand zu den alten Ländern auf fast 900 000 Euro pro Jahr, rechnet der VIK vor.

Der Verband fordert deshalb die Bundesregierung und die parlamentarischen Gremien auf, der kommenden Regulierungsbehörde flexible und schnell wirksame Instrumente zur Effizienzsteigerung bei den Netzen an die Hand zu geben. Dazu müsse das derzeitige Preisfindungssystem auf Kostenbasis durch ein die Kosten schnell senkendes Vergleichsmarktkonzept und eine dynamische Anreizregulierung ergänzt werden.

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