Fehlender Wettbewerb

VIK: Industrie-Strompreise steigen 2006 zweistellig

Große Kunden sind auch 2006 den wenigen Stromanbietern alternativlos ausgeliefert. Folge: Oft zweistellige Preissteigerungsraten. Für den Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) ist das ein klares Zeichen für fehlenden Wettbewerb.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Die Kritik des Verbandes: Die Brennstoffpreise und damit die Kosten des im Wesentlichen auf Braunkohle, Kernenergie und Steinkohle basierenden deutschen Kraftwerksparks hätten sich nicht annähernd so stark entwickelt. Für die Interessensvertretung der Energie-Großkunden ist daher klar, dass es vielmehr der fehlende Wettbewerb und ein mangelhaft ausgestalteter Emissionshandel den Stromunternehmen erlaube, sich die "fiktiven Kohlendioxid-Zertifikatspreise von den Stromkunden in Milliardenhöhe bezahlen zu lassen". Daher müsse der designierte Wirtschaftsministers Stoiber als Erstes handeln, wenn er es mit sinkenden Energiepreisen ernst meine, forderte der VIK. Noch in der ersten Phase des Emissonshandels bis 2008 müsse das gesetzliche Regelwerk verändert werden.

Günstige Industriestrompreisangebote gebe es derzeit in Deutschland nicht, erläuterte der VIK weiter. Die Strompreise inklusive der Netznutzung seien für die Industrie bereits seit 2000 im Mittel um über 20 Prozent gestiegen. Besonders ungünstig ist nach Angaben des VIK die Preisentwicklung für sehr große Stromkunden, bei ihnen habe sich der Preis im Mittel seit 2000 um über 45 Prozent erhöht.

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