Mehrbelastung

VIK fordert rasche Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft sieht die Verbraucher zunehmend einer "Subventionslast" durch die Förderung regenerativer Energien ausgesetzt. Bis 2010 würde alleine die Subvention der Windkraft auf 4,1 Milliarden Euro pro Jahr ansteigen - das sei "nicht mehr tragbar".

12.07.2002, 13:45 Uhr
Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) begrüßt die Absicht der Bundesregierung, zu Beginn der nächsten Legislaturperiode das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG) schnell und gründlich zu überarbeiten.

Das Gesetz biete in seiner gegenwärtigen Form vielfache Möglichkeiten der "Subventionsmitnahme". Mittlerweile stammten 3,9 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus EEG-geförderten Wind-, Wasser-, Biomasse- oder Solar-Anlagen. Dies führe nach Ansicht des VIK zu einer nicht mehr tragbaren Mehrbelastung der Stromkunden in Höhe von jährlich 1,5 Milliarden Euro. Aufgrund des rapiden Ausbaus insbesondere von Windrädern im Binnenland, an der Küste und auf See würde die Subventionslast ohne gesetzliche Änderungen bis 2010 auf rund 4,1 Milliarden Euro jährlich ansteigen. Allein durch das EEG ergäbe sich dann im Vergleich zum Börsenpreis ein Strompreisaufschlag von rund 35 Prozent.

In Deutschland seien Unternehmen mit einem hohen Stromkostenanteil an Produktion und Dienstleistung bereits heute durch diese Subventionslasten in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bedroht. Im Gegensatz dazu seien Unternehmen beispielsweise in den Niederlanden von entsprechenden Zahlungen befreit. Der VIK fordert daher, die Gesamtkosten der erneuerbaren Energien in Deutschland zu begrenzen und "spürbar" zu senken. Dabei seien durch stärker degressive Vergütungen Anreize zu einer wirtschaftlichen Optimierung zu schaffen. Zudem sei eine differenzierte Belastung der Stromverbraucher entsprechend ihrem Stromkostenanteil "dringend notwendig".

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