Standpunkt

VIK bekräftigt Kartell-Beschwerde gegen steigende Regelenergiepreise

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft hat sich erneut beim Kartellamt über die steigenden Regelenergiepreise beschwert. Die jüngste Ankündigung erneut steigender Strom-Netzentgelte durch RWE Net sei nicht nachvollziehbar. Die Veröffentlichungen von RWE Net mit weitgehend konstanten Leistungsbezügen von Regelenergie lieferten keinen Nachweis.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

In seiner Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen RWE Net und E.ON Netz wegen erneut steigender Regelenergiepreise hält der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) die wenigen Anbieter von Regelenergie für marktbeherrschend. Unter diesen Anbietern befinden sich auch Kraftwerksgesellschaften aus dem RWE- und E.ON-Konzern.

Die jüngste Ankündigung erneut steigender Strom-Netzentgelte durch RWE Net ist nach Ansicht des VIK nicht nachvollziehbar. Als Begründung nenne RWE Net eine angeblich steigende Menge Regelenergie. Diese wird für den kontinuierlichen Ausgleich von Einspeisungen und Entnahme zur Aufrechterhaltung der Netzfrequenz benötigt. VIK weist darauf hin, dass die Veröffentlichungen von RWE Net mit weitgehend konstanten Leistungsbezügen von Regelenergie hierfür keinen Nachweis liefern. Der RWE-Bedarf liege unverändert in einer Größenordnung von nahezu 2200 Megawatt.

Nachdem die Netzentgelte aufgrund angeblich steigender Regelenergiepreise bereits im Mai 2002 angehoben wurden, soll den Stromkunden nach Ansicht des Verbandes jetzt mit dieser nicht nachvollziehbaren Begründung erneut in die Tasche gegriffen werden. Aus Sicht des VIK nutzen die Anbieter von Regelenergie ihre marktbeherrschenden Stellungen missbräuchlich aus und verlangten auch in den aktuellen Ausschreibungen Preise, die weit über ihren tatsächlichen Kosten liegen. So hätten sich bei der Primärregelleistung seit Februar 2001 die Preise verdreifacht, die Preise für Sekundärregelleistung hätten sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Solche Preissprünge seien weder mit höheren Kraftwerks- noch mit Brennstoffkosten zu belegen oder zu rechtfertigen. Im Vergleich zu Marktpreisen an der Strombörse EEX würde mit Regelenergie sogar rund der vierfache Erlös erzielt. Der VIK fordert daher das Einschreiten des Kartellamtes.

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