Schwarze Pumpe

Versuchsanlage zur Kohlevortrocknung geht in Probebetrieb

Eine Versuchsanlage zur Kohlevortrocknung ist im Industriepark Schwarze Pumpe bei Spremberg offiziell in Betrieb genommen worden. "Das Verfahren kann rund die Hälfte des durch die CO2-emissionsarme Kraftwerkstechnik entstehenden Effizienzverlustes ausgleichen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining and Generation, Reinhardt Hassa, am Sonntag.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Spremberg (ddp-lbg/sm) - Damit biete die Anlage eine gute Möglichkeit, die Forschungen zur CO2-Abscheidung zu ergänzen. Die 6,5 Millionen Euro teure Anlage zur Dampf-Wirbelschicht-Trocknung solle den Wirkungsgrad künftiger Braunkohlekraftwerke um bis zu fünf Prozent steigern, teilte das Unternehmen mit. Dazu sollen zum einen die geringere Restfeuchte und der damit höhere Heizwert der Kohle im Kraftwerkskessel beitragen. Zum anderen solle der bei der Trocknung entstehende Kohlenwasserdampf im Kraftwerk genutzt werden.

In der Versuchungsanlage können den Angaben zufolge bis zu zehn Tonnen Braunkohle pro Stunde bei maximal 160 Grad Betriebstemperatur getrocknet werden. Nach der zweijährigen Probephase soll das Verfahren in das bis 2015 geplante Oxyfuel-Demokraftwerk in Jänschwalde integriert werden. Ein serienreifes Kraftwerk könnte nach Angaben von Vattenfall ab 2020 mit der neuen Vortrocknung und der CO2-emissionsarmen Oxyfuel-Technik bestückt werden.

Vattenfall hatte Anfang September in Schwarze Pumpe bereits die nach Unternehmensangaben weltweit erste Pilotanlage für ein CO2-armes Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. Dort sollen mehr als 90 Prozent des bei der Verbrennung von Braunkohle anfallenden Kohlendioxids abgeschieden werden. Umweltschützer und die brandenburgische Linke halten die Technologie dagegen nicht für eine langfristige Lösung des Klimaproblems und fordern einen mittelfristigen Ausstieg aus der Kohleverstromung.

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