Preisentwicklung

Verivox: Wir erwarten eine größere Gaspreiswelle

Dem Vergleichsportal Verivox zufolge sind die Gaspreise für Haushalte mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Laufe des Jahres um rund acht Prozent gestiegen. Die Preise sollen im Herbst demnach noch weiter nach oben klettern.

24.08.2021, 16:28 Uhr
Strom- und Gaspreise© Kautz15 / Fotolia.com

Die Gaspreise für private Haushalte haben im August ein Fünf-Jahres-Hoch erreicht. Zuletzt war Gas im Januar 2016 so teuer wie jetzt. Für den Herbst haben weitere Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 9 Prozent angekündigt. Bewohner von Einfamilienhäusern bezahlen dann rund 130 Euro mehr.

Gaskosten sind 2021 um rund acht Prozent gestiegen

Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) liegen im Bundesschnitt aktuell bei 1.258 Euro und damit so hoch wie seit Januar 2016 nicht mehr. Zum Jahresbeginn lag der durchschnittliche Gaspreis noch bei 1.162 Euro. Das entspricht einem Anstieg von über acht Prozent seit Januar 2021. Der Hauptgrund für den Aufwärtstrend sind gestiegene Großhandelspreise.

"Die niedrigen Stände der Gasspeicher in Deutschland und die weltweit steigende Gasnachfrage haben die Spotmarktpreise für Gas im Laufe des Jahres mehr als verdoppelt. Dieser Anstieg wirkt sich nun auch auf die Gaspreise für die privaten Verbraucher aus", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Was spricht für einen weiteren Anstieg der Gaspreise?

Aufgrund dieser Entwicklung hat kein regionaler Gasversorger für die kommenden Monate Gaspreissenkungen angekündigt. Für August, September und Oktober haben hingegen aktuell bereits 31 regionale Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 9 Prozent angekündigt. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) entspricht das Mehrkosten von 128 Euro jährlich.

"Wir erwarten in diesem Herbst eine größere Gaspreiswelle", sagt Thorsten Storck. "Denn neben höheren Großhandelspreisen steigt auch der CO2-Preis für fossile Brennstoffe zum Jahreswechsel von 25 auf 30 Euro pro Tonne. Diese Kosten geben viele Gasversorger direkt an ihre Kunden weiter."

Bei Preiserhöhung Sonderkündigungsrecht nutzen

Wer eine Gaspreiserhöhung erhält, kann vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und zu einem günstigeren Gasversorger wechseln. Haushalte, die noch im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers sind, können bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh derzeit durchschnittlich 426 Euro pro Jahr einsparen.

Hinweis: Der durchschnittliche Gaspreis entspricht dem Verivox-Verbraucherpreisindex Gas , der die Preise der regionalen Grundversorger und der wichtigsten überregionalen Gasanbieter berücksichtigt.

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