Preisunterschiede

Verivox: Über ein Viertel aller Deutschen zahlt zu viel für Strom

Wer seinen Strom über einen Grundversorgungstarif bezieht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als bei einem alternativen Anbieter. Einer Auswertung zufolge bezieht rund ein Viertel aller deutschen Haushalte seinen Strom über die Grundversorgung.

29.04.2021, 11:26 Uhr
Baufinanzierung© drubig-photo / Fotolia.com

Noch über ein Viertel der Haushalte in Deutschland bezieht Strom über den Grundversorgungstarif des örtlichen Anbieters – die mit Abstand teuerste Tarifgruppe. Weil sich diese rund 10 Millionen Haushalte weder um einen Stromanbieterwechsel noch um einen günstigeren Tarif beim aktuellen Anbieter kümmern, bezahlen sie in diesem Jahr rund 2,9 Milliarden Euro zu viel. Das zeigt eine Berechnung des Vergleichsportals Verivox.

Vergleich: Kosten beim Grundversorger und anderen Stromanbietern

Den Grundversorgungstarif des örtlichen Stromanbieters bekommen alle Haushalte, die sich beim Hausbau oder beim Neueinzug nicht um ein günstigeres Angebot kümmern. Der Vorteil des Grundversorgungstarifs: Er ist für alle Kunden verfügbar und kann jederzeit gekündigt werden. Der große Nachteil: Er ist richtig teuer.

Eine Kilowattstunde (kWh) Strom im Grundversorgungstarif kostet im bundesdeutschen Durchschnitt derzeit 33,78 Cent/kWh. Im günstigsten verfügbaren Tarif mit empfehlenswerten Bedingungen inklusive Neukundenbonus liegt der Preis im Bundesschnitt aktuell bei 24,64 Cent/kWh. Die Haushalte im Grundversorgungstarif könnten ihren Strom rund 27 Prozent günstiger beziehen.

Verbraucher könnten 2,9 Milliarden Euro sparen

Laut dem aktuellen Monitoringbericht der Bundesnetzagentur wurden im Jahr 2019 rund 31,5 Milliarden Kilowattstunden Strom zu den Bedingungen der Grundversorgung an Haushalte abgegeben.

Auf Basis dieser Verbrauchsmenge zahlen die Kunden der Grundversorgung im Jahr 2021 rund 10,6 Milliarden Euro für Strom. Im günstigsten Tarif würden hingegen nur 7,7 Milliarden Euro an Stromkosten fällig, was eine Ersparnis von rund 2,9 Milliarden Euro bedeutet.

"Seit über 20 Jahren können Haushalte in Deutschland ihren Stromanbieter frei wählen. Dass über ein Viertel der Stromkunden dennoch freiwillig im teuersten Tarif verharrt, ist erstaunlich", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Stromanbieterwechsel ist einfach und sicher

Wer noch den teuren Strom-Grundversorgungstarif bezieht, sollte sich in jedem Fall um einen günstigeren Stromtarif kümmern. Der neue Stromanbieter übernimmt die Kündigung beim bisherigen Versorger und es sind keine technischen Änderungen notwendig. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung ist gesetzlich garantiert. Je nach Stromverbrauch kann die Haushaltskasse durch einen günstigeren Tarif um mehrere Hundert Euro pro Jahr entlastet werden.

Mit unserem Stromtarifrechner, den auch unser Partner Verivox auf seinen Webseiten nutzt, sehen Sie binnen Sekunden, welche Ersparnisse durch einen Wechsel möglich sind. Dafür ist lediglich die Eingabe der Postleitzahl und des Stromverbrauchs nötig.

Strompreise vergleichen
Das könnte Sie auch interessieren
  • Steckdose

    Stromanbieter-Test: Ökostrom siegt in Preis und Service

    Der Wechsel des Stromanbieters lohnt sich vor allem für Haushalte, die ihren Strom über ihren Grundversorger beziehen. Einer aktuellen Studie zufolge ist hier nicht nur eine preisliche Ersparnis drin, gleichzeitig kann auch was für den Klimaschutz getan werden.

  • Strompreis

    Teure Grundversorgung: Steuersenkung verpufft wegen Preissteigerungen

    Weil In der Grundversorgung die Preise seit Beginn des Jahres gestiegen sind, bringt auch die Senkung der Mehrwertsteuer keinen großen Vorteil mehr für betroffene Kunden. Verivox hat die Preise genauer analysiert.

  • Taschenrechner

    Gas- und Strompreise sind 2020 günstiger geworden

    Im ersten Halbjahr 2020 sind die Strom- und Gaspreise gesunken - allerdings nicht für alle, wie eine Analyse von Verivox zeigt. Strom in der Grundversorgung ist aktuell teurer als zu Beginn des Jahres. Beim Gas fällt die Preissenkung deutlicher aus.

Top