Netzentgelte steigen

Verivox: Strompreise verharren auf hohem Niveau

Die Strompreise halten sich auch 2021 auf einem vergleichsweise hohen Niveau, berichtet Verivox. Das Vergleichsportal rechnet unter anderem vor, wie sich der Anstieg der Netzgebühren auf der Stromrechnung niederschlagen.

23.10.2020, 15:38 Uhr
Stromkosten senken© Christian Jung / Fotolia.com

Die Netznutzungsentgelte im Bereich Strom steigen im kommenden Jahr im bundesweiten Durchschnitt um rund 1 Prozent an und erreichen ein neues Rekordniveau. Bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr liegen die Stromnetzgebühren im Jahr 2020 bei durchschnittlich 289 Euro (netto). Laut aktuellem Stand wird dieser Wert geringfügig um 3 Euro auf 292 Euro (netto) pro Jahr ansteigen. Allerdings gibt es regional starke Unterschiede. Das hat eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergeben.

Regionale Unterschiede bei der Höhe der Netzentgelte

Netzentgelte machen rund ein Viertel des Strompreises aus, erklären die Experten des Portals. Allerdings würden Verbraucher regional unterschiedlich stark belastet: Den stärksten Anstieg gäbe es in Berlin mit einem Plus von 9 Prozent. Das entspreche einer jährlichen Mehrbelastung von 21 Euro. Im Saarland stiegen die Stromnetzgebühren um 7 Prozent, in Rheinland-Pfalz um 5 Prozent.

Entlastet würden Verbraucher in Bremen und Bayern (-6 Prozent), Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen (-1 Prozent). Im Vergleich zwischen alten und neuen Bundesländern ergäben sich nur geringe Unterschiede.

Verivox: Strompreise stagnieren voraussichtlich auf hohem Niveau

"Die Stromnetzgebühren erhöhen sich im kommenden Jahr nur leicht. Das ist eine gute Nachricht, zumal sie im Vorjahr um rund 6 Prozent gestiegen sind. Dennoch kostet das Stromnetz die privaten Verbraucher mehr als jemals zuvor. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Gebühren um insgesamt 30 Prozent angestiegen", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Die von der Bundesregierung beschlossene Deckelung der EEG-Umlage, die für rund ein Viertel des Strompreises verantwortlich ist, senkt den durchschnittlichen Strompreis um rund 1 Prozent.

"Da die Netzgebühren im Bundesschnitt ansteigen, werden die Strompreise 2021 trotz EEG-Umlagen-Deckelung voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren. Verbraucher in Gebieten mit stark steigenden Netzentgelten müssen sogar mit Preiserhöhungen rechnen", so Storck.

Stromwechsel bringt rund 450 Euro an Erspranis

Stromanbieter haben noch bis Mitte November Zeit, um zu entscheiden, ob sie Preiserhöhungen oder -senkungen an ihre Kunden weitergeben. Gibt es eine Preisänderung, haben Verbraucher immer ein Sonderkündigungsrecht. Wer dann den Anbieter vergleicht, spart Verivox zufolge derzeit bei einem Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten, fairen Tarif durchschnittlich 450 Euro im Jahr ein.

Den Tarifrechner des Vergleichsportals finden Sie auch auf unserer Webseite. Der Vergleich ist kostenfrei, für die Berechnung ist lediglich die Eingabe der Postleitzahl und des Stromverbrauchs erforderlich.

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