Prognose

Verivox: Strompreise verharren 2018 auf hohem Niveau

Die Strompreise sollen sich den Tarifexperten von Verivox zufolge trotz der voraussichtlich sinkenden EEG-Umlage im kommenden Jahr weiter auf einem hohen Niveau halten. Abzuwarten bleibt demnach, ob die neue Bundesregierung Verbraucher entlasten wird.

Strompreise© emmi / Fotolia.com
Heidelberg - Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) sinkt die EEG-Umlage im Jahr 2018 von 6,88 Cent/kWh auf 6,78 Cent/kWh. Im kommenden Jahr bleiben die durchschnittlichen Strompreise für private Haushalte damit voraussichtlich auf dem aktuell hohen Niveau von rund 28,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Davon gehen die Tarifexperten von Verivox aus. Wer dennoch eine Preiserhöhung für den Strom erhält, sollte aktiv werden.

Steuern und Umlagen machen 56 Prozent des Strompreises aus

Nachdem Steuern, Abgaben und Umlagen in diesem Jahr bereits ein Rekordhoch erreicht haben, werden sie sich im kommenden Jahr voraussichtlich nur geringfügig ändern. Insgesamt machen sie 56 Prozent des Strompreises aus. Der Anteil der EEG-Umlage am gesamten Strompreis bleibt bei 24 Prozent. "Unklar ist bisher, ob die künftige Bundesregierung die privaten Verbraucher im kommenden Jahr bei den Strompreisen entlasten wird“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. "Da mit rund 56 Prozent über die Hälfte der Stromkosten auf das Konto von Steuern, Abgaben und Umlagen gehen, gibt es hier Spielraum."

Prognose: Wenig Änderungen bei den Netzentgelten

Bei den Stromnetzgebühren zeichnen sich für private Verbraucher im kommenden Jahr im Bundesdurchschnitt nur geringe Veränderungen ab. Doch regional ist die Belastung durch die Netzkosten sehr unterschiedlich. So zahlen beispielsweise Verbraucher in Brandenburg über 80 Prozent mehr als die Verbraucher in Bremen. "Angesichts der geringen Bewegungen bei den verschiedenen Preisbestandteilen gehen wir bei den durchschnittlichen Strompreisen im kommenden Jahr nicht von einer starken Bewegung aus", erklärt Mathias Köster-Niechziol. "Dennoch können einzelne Stromversorger weiter an der Preisschraube drehen".

Gegen Preiserhöhung vorgehen

Stromversorger müssen Preiserhöhungen in der Regel sechs Wochen vorher schriftlich ankündigen. Kommt eine solche Nachricht ins Haus geflattert, sollten Verbraucher so schnell wie möglich selbst kündigen. Dazu reicht meistens eine formlose Nachricht aus. Anschließend die Strompreise vergleichen und einen günstigeren Anbieter mit fairen Tarifbedingungen wählen - fertig. Der neue Stromanbieter liefert dann ab dem Zeitpunkt, zu dem eigentlich die Strompreise gestiegen wären. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung während des Stromanbieterwechsels ist gesetzlich garantiert.

Verbraucher verschenken über 9 Milliarden Euro pro Jahr

Durch den Wettbewerb auf dem Strommarkt können Verbraucher deutlich sparen, wenn sie zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln. Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 kWh bezahlt im Standardtarif des örtlichen Stromversorgers derzeit im Bundesdurchschnitt 1.243 Euro. Im günstigsten Tarif mit empfehlenswerten Bedingungen werden für die gleiche Strommenge nur 836 Euro fällig. Der Haushalt kann so durch den Stromanbieterwechsel 407 Euro pro Jahr einsparen. Trotz dieser großen Einsparmöglichkeiten verharren immer noch ein Drittel der privaten Stromkunden im teuren Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers. Über 40 Prozent beziehen einen Sondertarif des örtlichen Grundversorgers. Würden all diese Verbraucher zum günstigsten Anbieter wechseln, könnten pro Jahr über neun Milliarden Euro eingespart werden.
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