Strompreis

Verivox: Niedrigere EEG-Umlage bringt nur wenig Entlastung

Damit die EEG-Umlage nicht weiter ansteigt, hat die Bundesregierung eine Maximalhöhe festgelegt. 2021 liegt die Ökostrom-Umlage somit bei 6,5 Cent pro Kilowattstunden. Die Entlastung fällt eher gering aus, so die Experten von Verivox.

14.10.2020, 16:05 Uhr
SteckdoseDie EEG-Umlage macht rund ein Viertel des Strompreises aus.© Birgit Reitz-Hofmann / Fotolia.com

Die von der Bundesregierung gedeckelte EEG-Umlage sinkt von 6,76 Cent pro Kilowattstunde auf 6,5 Cent/kWh im Jahr 2021. Private Verbraucher werden dadurch voraussichtlich kaum entlastet. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Berechnung: Single-Haushalte sparen gerade mal 5 Euro

Die Deckelung der EEG-Umlage senkt demnach den durchschnittlichen Strompreis um rund 1 Prozent. Ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh würde um rund 5 Euro entlastet. Bei einem Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh liege die Entlastung bei rund 12 Euro. Falle der Stromverbrauch mit 6.000 kWh noch höher aus, beispielsweise weil das Wasser elektrisch erwärmt würde, betrage die jährliche Einsparung rund 19 Euro.

Verivox: Strompreise sinken für Kunden nicht in jedem Fall

"Angesichts der seit Jahren steigenden Strompreise für private Verbraucher ist die Deckelung der EEG-Umlage ein willkommener Dämpfer", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Das bedeutet jedoch nicht, dass die Strompreise für die Kunden in jedem Fall sinken werden. Die EEG-Umlage macht rund ein Viertel des Strompreises aus. Ein weiteres Viertel entfällt auf die Stromnetzgebühren, bei denen sich eine leichte Erhöhung abzeichnet. Insgesamt bleiben die Strompreise in Deutschland auf hohem Niveau, weltweit zahlen Verbraucher hierzulande die höchsten Strompreise. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern."

Ohne Deckelung wäre EEG-Umlage auf über 9 Cent gestiegen

Ohne die Deckelung wäre die EEG-Umlage laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa im Jahr 2021 auf 9,6 Cent/kWh angestiegen. Dadurch hätten sich die durchschnittlichen Strompreise um 13 Prozent verteuert, was 136 Euro Mehrkosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bedeutet hätte.

Die Differenz aus der gedeckelten und der rechnerisch ermittelten EEG-Umlage soll aus den staatlichen Einnahmen durch die Einführung des CO2-Preises im kommenden Jahr gedeckt werden.

"Der ab 2021 geltende CO2-Preis macht das Heizen und das Tanken für die privaten Verbraucher teurer. Daher werden viele Haushalte trotz der gedeckelten EEG-Umlage im kommenden Jahr mehr für Energie bezahlen als in diesem Jahr", sagt Thorsten Storck.

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