Regelsatz 2021

Verivox: Hartz-IV-Satz reicht für Stromkosten nicht aus

Für die Stromkosten wird innerhalb des Hartz-IV-Satzes regelmäßig ein Anteil für diese Kosten neu berechnet. Die Tarifexperten von Verivox kritisieren, dass der ausgezahlte Betrag und die tatsächlichen Kosten weit auseinanderliegen.

31.08.2020, 09:54 Uhr (Quelle: DPA)
Stromkosten© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Der Hartz-IV-Satz für das kommende Jahr enthält einer Berechnung des Vergleichsportals Verivox zufolge erneut zu wenig Geld für Stromkosten. Im Schnitt sei die Strompauschale um 22 Prozent zu niedrig angesetzt, Alleinlebenden fehlten damit im Schnitt 94 Euro pro Jahr, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Stromkosten liegen über dem vorgesehenen Regelsatz

Zum neuen Jahr soll der Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen um mindestens 7 Euro auf 439 Euro pro Monat steigen - es dürfte noch eine Erhöhung geben, wenn die jährliche Lohn- und Preisentwicklung berücksichtigt wird. Von den 439 Euro seien 35,30 Euro zur Begleichung der Stromkosten vorgesehen, erklärte Verivox.

Die Stromkosten eines Ein-Personen-Haushalts mit einem Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden beliefen sich im deutschen Schnitt aber auf 43,17 Euro im Monat.

Kostendifferenz ist bei Grundversorgungstarifen noch größer

Noch größer werde die Lücke, wenn Haushalte Strom aus der Grundversorgung bezögen statt eines günstigeren Tarifs, dann lägen die Kosten im Schnitt bei monatlich 48,75 Euro, und es fehlten im Jahr gut 161 Euro. Dabei gebe es regional aber große Unterschiede.

Verivox: Fehlender Betrag wird immer größer

Das Vergleichsportal kritisiert, dass der fehlende Betrag zur Deckung der Stromkosten wachse. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sei der Regelsatz um rund 27 Prozent gestiegen, die Strompreise hätten sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich aber um 61 Prozent verteuert - in der Grundversorgung sogar um 78 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreis

    Teure Grundversorgung: Steuersenkung verpufft wegen Preissteigerungen

    Weil In der Grundversorgung die Preise seit Beginn des Jahres gestiegen sind, bringt auch die Senkung der Mehrwertsteuer keinen großen Vorteil mehr für betroffene Kunden. Verivox hat die Preise genauer analysiert.

  • Taschenrechner

    Gas- und Strompreise sind 2020 günstiger geworden

    Im ersten Halbjahr 2020 sind die Strom- und Gaspreise gesunken - allerdings nicht für alle, wie eine Analyse von Verivox zeigt. Strom in der Grundversorgung ist aktuell teurer als zu Beginn des Jahres. Beim Gas fällt die Preissenkung deutlicher aus.

  • Strompreise

    Strompreise: im Osten günstiger - im Westen teurer

    Die Strompreise sind in den letzten zwölf Monaten im Osten gesunken und im Westen gestiegen, zeigt der Verbraucherpreisindex von Verivox. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten zahlen die Deutschen in den neuen Bundesländern demnach den kleineren Preis.

Top