Zum Jahreswechsel

Vereinzelt deutliche Erhöhung der Stromnetzentgelte erwartet

Die EEG-Umlage sinkt, aber die Stromnetzentgelte werden wohl steigen. Während die Teuerung im Schnitt moderat ausfällt, sind vor allem die Stadtstaaten Bremen und Hamburg von deutlichen Erhöhungen betroffen.

erneuerbare Energien© Thorsten Schier / Fotolia.com

Heidelberg – Zum Jahreswechsel steigen die Gebühren für die Stromnetze leicht an, so Verivox nach einer Auswertung der vorläufigen Netzentgelte für 2019. Die Erhöhung fällt im bundesweiten Durchschnitt mit einem halben Prozent zwar moderat aus, in Hamburg oder Bremen kommt es hingegen zu deutlichen Steigerungen.

Wo steigen die Netzentgelte, wo sinken sie?

Ungewöhnlich starke Anstiege der Netzentgelte gibt es in Bremen (+19 Prozent), Hamburg (+13 Prozent) und Schleswig-Holstein (+6 Prozent). Für eine 3- bis 4-köpfige Familie in Bremen oder Hamburg mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten von rund 35 Euro (netto) im Jahr.

Sinkende Netzgebühren gibt es in Sachsen-Anhalt (-4 Prozent), Sachsen (-3 Prozent) und Rheinland-Pfalz (-2 Prozent).

Niveau der Stromnetzgebühren ist uneinheitlich

"Die starke Anhebung der Netzgebühren in Bremen im Jahr 2019 folgt auf eine starke Absenkung im Jahr 2018. In diesem Jahr waren die Netzentgelte in keinem anderen Bundesland niedriger. Die Erhöhung in Hamburg wiegt deutlich schwerer, denn hier sind die Stromkosten bereits heute so hoch wie in keinem anderen Bundesland“, erklärt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. „Die höchsten Netzentgelte werden jedoch nach wie vor in den neuen Bundesländern fällig. Daran ändert auch die leichte Absenkung in diesen Regionen im kommenden Jahr nichts."

Was bedeutet das für die Strompreise?

Die Stromnetzgebühren machen rund ein Viertel des gesamten Strompreises aus. Ein weiteres Viertel entfällt auf die EEG-Umlage, die im kommenden Jahr um sechs Prozent sinken wird. Da die Beschaffungskosten an der Strombörse deutlich angestiegen sind, haben die Stromversorger jedoch weniger Spielraum. Verivox geht daher auch trotz sinkender EEG-Umlage von einer Steigerung der durchschnittlichen Strompreise im kommenden Jahr aus.

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