Energie mit Etikett

Verbraucherzentralen und Greenpeace fordern Stromkennzeichnung

Energiemix, Herkunftsland, Umweltbelastung - Bundeswirtschaftsminister Werner Müller soll sich bei seinen EU-Kollegen für die Kennzeichnung von Strom einzusetzen. Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand des vzbv: "Nur wenn es klar verständliche Informationen gibt, hat der Verbraucher eine Chance zu wählen"

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Greenpeace haben schärfere Kennzeichnungs- und Auskunftspflichten für Stromanbieter gefordert. Die Organisationen erwarten von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, sich auf dem Treffen der EU-Energieminister am 6. und 7. Juni in Luxemburg für die Kennzeichnung von Strom einzusetzen. Die Minister werden dort die Neufassung der Richtlinie zur Liberalisierung des europäischen Strommarktes beraten.

"Nur wenn es klar verständliche Informationen gibt, kann der Verbraucher auch eine gute Wahl treffen", so Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand des vzbv. Dies gelte auch und vor allem für den Strommarkt. Sven Teske, Energieexperte bei Greenpeace, sagt: "Die Energieversorger müssen endlich ihren Widerstand gegen die Stromkennzeichnung aufgeben. Verbraucher haben ein Recht auf Information." Die Verbraucher- und Umweltschützer setzen sich dafür ein, dass Stromkunden bereits an ihrer Rechnung ablesen können, wie (Energiemix, Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung etc.) und wo (Herkunftsland) die Energie hergestellt wurde und wie hoch die Umweltbelastung (Treibhausgasemissionen, Atommüllproduktion) ist.

Im März hatte das Europaparlament beschlossen, im Rahmen der Novellierung der Stromrichtlinie eine Kennzeichnungspflicht für Strom einzuführen. Nachdem die Kommission in der Zwischenzeit eine deutlich abgespeckte Version dieser Kennzeichnungspflicht vorgeschlagen hat, droht das Vorhaben laut vzbv und Greenpeace nun zu scheitern. Die Stromversorger in Deutschland würden den Verbrauchern verschweigen, wie und wo der angebotene Strom produziert wurde. Diverse Tarifsysteme und unterschiedliche Informationen machten es den Verbrauchern fast unmöglich, Stromangebote zu vergleichen und einen umweltfreundlichen Anbieter zu wählen.

Der vzbv und Greenpeace setzen sich wiederholt dafür ein, dass für die Kaufentscheidung wesentliche Informationen in übersichtlicher und verständlicher Form auf den Stromrechnungen, in der Werbung und im Internet zur Verfügung gestellt werden sollen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreis

    Studenten zahlen je nach Uni-Stadt unterschiedlich viel für Strom

    Studenten sparen in Wohngemeinschaften nicht nur bei der Miete. Einer Analyse zufolge sind auch beim Strom erhebliche Einsparungen möglich. Wie viel Geld genau eingespart werden kann, hängt unter anderem aber vom jeweiligen Wohnort ab.

  • Ökostrom

    Studie: Bis 2030 ist in allen G20-Ländern Ökostrom am günstigsten

    Einer Studie zufolge kommt der günstigste Strom 2030 in sämtlichen G20-Ländern aus Windparks oder Solaranlagen. Bereit 2015 war demnach die Windenergie die günstigste Energiequelle in vielen Ländern Europas, in Südamerika, China und Australien.

  • Energieversorung

    Neues Energiewirtschaftsgesetz: best energy bittet Bundesrat um Hilfe

    Die geplante Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes, die vom Bundestag bereits beschlossen ist, bereitet vielen "neuen" Stromanbietern Bauchschmerzen. Aus diesem Grund hat sich der Berliner Stromversorger best energy jetzt an den Bundesrat gewandt. Wir veröffentlichen den Brief in der Originalversion.

  • Strom sparen

    Rede von VDEW-Präsident Marquis zum Jahresbericht 2001

    Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von VDEW-Präsident Günter Marquis zum Thema "Wettbewerb im Strommarkt braucht marktorientierte Politik", anlässlich der Vorstellung des VDEW-Jahresberichts am 28. Mai 2002 in Berlin.

  • Stromnetz Ausbau

    Schröder zu Vattenfall: Wichtiger Schritt auf Weg der Neuordnung

    Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am 22. Mai auf der Konferenz der Vattenfall Europe AG in Berlin von einem "wichtigen Schritt auf dem Weg der Neuordnung der Energiewirtschaft in Deutschland und Europa" gesprochen. Nachfolgend veröffentlichen wir seine Rede in der Originalversion.

Top