Kritik

Verbraucherzentralen: "Strompreiserhöhungen grotesk"

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die geplanten Strompreiserhöhungen für private Verbraucher als "grotesk" zurückgewiesen. "Ein halbes Jahr vor der Einrichtung der Regulierungsbehörde wollen die Stromkonzerne offenbar noch einmal kräftig zulangen", sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. Sie forderte erneut eine starke Regulierungsbehörde.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

"Trotz hoher Gewinne, beispielsweise von E.ON und RWE, nutzen die Versorgungsunternehmen den fehlenden Wettbewerb erneut aus, um die privaten Haushaltskunden zur Kasse zu bitten", konkretisierte sie ihren Vorwurf. Der vzbv forderte, die künftige Regulierungsbehörde müsse die Nutzungsentgelte für die Netzmonopole festlegen können. "Nur so kann sich ein echter Wettbewerb entwickeln", sagte Edda Müller.

"Es müssen endlich die Lehren aus der gescheiterten Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland gezogen und eine starke Regulierungsbehörde mit umfassenden Kompetenzen etabliert werden", fasst vzbv-Chefin Müller zusammen. Es dürfe nicht den Netzbetreibern überlassen bleiben, durch überhöhte Netznutzungsentgelte ihre Konkurrenten vom Markt zu drängen. Gleichzeitig wies der vzbv die Behauptung zurück, die Strompreise seien vor allem durch Steuererhöhungen und die Förderung der erneuerbaren Energien angestiegen. "Mit dieser Argumentation lenken die Stromkonzerne davon ab, dass sie weiterhin Monopolpreise kassieren."

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