Serviceangebot

Verbrauchertelefon geht an den Start

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) schaltete am Montag das "Verbrauchertelefon mit Lotsenfunktion" frei. Hier sollen Verbraucher Fragen zu Themen wie Ernährung, Einkauf oder Finanzen beantwortet bekommen.

Telefontarife© Picture-Factory / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Aigner verspricht kompetenten Rat bei den vielfältigsten Problemen. Wer die Bonner Nummer (0228) 24 25 26 27 anruft, dem soll geholfen werden: Auf 13 Stellen beantworten speziell geschulte Mitarbeiter Fragen, die telefonisch, per E-Mail oder per Fax gestellt werden. Hinter dem neuen Serviceangebot steht die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft in Bonn. Ratsuchende Bürger sollen so schnell die richtigen Informationsquellen finden.

Eine der ersten Fragen an eine Verbraucherlotsin war am Montag: "Warum funktioniert eigentlich der Internetauftritt nicht?" Das wusste die Mitarbeiterin nicht. Sie verwies aber an die für das Portal zuständige Stelle: das Bundesverbraucherministerium. Ministeriumssprecher Christian Fronczak beantwortete die Frage: Der Provider der Bundesanstalt hat seinen Sitz in Bonn-Mehlem. Und dort gab es am Montagnachmittag einen großflächigen Stromausfall.

Keine Rechtsberatung

So wie in diesem Fall sollen die Lotsen immer handeln: Die Aufgabe der Mitarbeiter ist es, Auskünfte zu grundlegenden Verbraucherrechten zu geben. Vor allem aber kennen sie die richtigen Adressen, um Bürgern den Weg zu Informationsquellen und Ansprechpartnern zu weisen. Die Rechtsberatung überlassen sie den dafür zuständigen Verbraucherzentralen, Schlichtungsstellen oder Behörden.

Der Leiter der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft, Hanns-Christoph Eiden, rechnet mit 8.000 Anfragen im Monat. Bei akutem Informationsbedarf, beispielsweise zu Fragen der Lebensmittelsicherheit, könne das Team innerhalb eines Tages deutlich aufgestockt werden. Auch soll die Anlaufstelle nicht nur in einer Richtung funktionieren: Das Ministerium wird informiert, wenn sich Anfragen zu einem bestimmten Sachverhalt häufen. "Die Rolle des Seismographen ist mir besonders wichtig", sagte Eiden.

Noch eine Kummer-Nummer

Der Verbraucherlotse soll in den Verbund der einheitlichen Behördenrufnummer 115 ("Kummernummer") integriert werden. Dann können die Servicecenter der Kommunen Fragen direkt an die Lotsen weiterleiten. Mit dem Start des Verbraucherlotsen werde die bereits im schwarz-gelben Koalitionsvertrag vereinbarte Einführung eines Verbrauchertelefons umgesetzt, erklärte das Ministerium.

Die Verbraucherexpertin der SPD im Bundestag, Elvira Drobinski-Weiß, kritisierte, die "Schmalspur-Hotline" werde lediglich Ansprechpartner vermitteln und die Haltung der Bundesregierung zu Fragen im Bereich des Verbraucherschutzes erläutern. "Mehr als die schon bestehende Behördenrufnummer 115 und ein bisschen Wahlkampf ist also vom 'Verbraucherlotsen' nicht zu erwarten", meinte die SPD-Politikerin. Für die Verbraucher sei dieses Projekt eine "Nullnummer".

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