Preisentwicklung

Verbraucher müssen sich auf höhere Ölpreise einstellen

Hohe Ölpreise machen das Heizen und Tanken in nächster Zeit wahrscheinlich teuer. Für die Entwicklung der Rohölpreise nach oben gibt es mehrere Gründe, darunter ein Leck in einer Pipeline und Förder-Kürzungen des Ölkartells Opec.

Erdölförderung© TebNad / Fotolia.com

Frankfurt - Mitten in der Heizperiode müssen sich die Verbraucher auf weiter steigende Kosten für Heizöl und die Autofahrer auf höhere Spritpreise einstellen. Die Ursache liegt bei der Preisentwicklung für Rohöl auf dem Weltmarkt. Seit dem Jahreswechsel häufen sich Gründe, die für steigende Ölpreise sprechen. Am Donnerstag erreichte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der für den europäischen Markt wichtigen Sorte Brent mit 68,27 US-Dollar den höchsten Stand seit Mai 2015. Alleine in den vergangenen drei Wochen hat der Brent-Preis um etwa zehn Prozent zugelegt.

Gründe für die steigenden Ölpreise

Die Ursachen für die Rally am Ölmarkt sind vielfältig. Rohstoffanalyst Will Yun vom koreanischen Handelshaus Hyundai Futures zählte eine ganze Reihe von Gründen auf. Demnach habe unter anderem die Schließung eines wichtigen Pipeline-Systems in der Nordsee kurz vor dem Jahreswechsel die Ölpreise angetrieben. Nachdem ein Leck entdeckt worden war, wurde das Forties Pipeline System (FPS) und damit ein großer Teil der britischen Ölförderung aus der Nordsee zeitweise gestoppt.

Als weiteren Grund für die steigenden Ölpreise nannte Experte Will Yun einen Bombenanschlag auf eine wichtige Ölpipeline in Libyen. Generell werden die Ölpreise auch durch eine anziehende Weltwirtschaft und durch eine Kürzung der Produktionsmenge durch Mitglieder des Ölkartells Opec gestützt. Den jüngsten Auftrieb erhielten die Notierungen am Ölmarkt durch gewalttätige Proteste im wichtigen Förderland Iran. Der Iran-Konflikt habe der Preisentwicklung zuletzt neuen Schwung gegeben, sagte Analyst Will Yun.

Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank sieht das ganz ähnlich. Seiner Einschätzung nach werden die Ölpreise durch die zunehmend gewalttätigen Unruhen im Iran gestützt. Am Markt wird befürchtet, dass bei einer weiteren Eskalation auch die iranischen Öllieferungen beeinträchtigt werden könnten. Das Land am Persischen Golf fördert etwa 3,8 Millionen Barrel Rohöl pro Tag und ist damit der drittgrößte Produzent der Organisation erdölexortierender Länder (OPEC).

Förderung in den USA könnte Preis-Höhenflug beenden

Trotz der zahlreichen Gründe, die derzeit für steigende Ölpreise sprechen, rechnen Experten auf längere Sicht aber nicht mit einer Fortsetzung des Höhenflugs. Der Grund liegt in der Entwicklung der Fördermenge in den USA. Je stärker der Ölpreis auf dem Weltmarkt steigt, desto eher rentiert sich die vergleichsweise teure Förderung von Schieferöl durch die umstrittene Fracking-Technik.

Nach jüngsten Daten der US-amerikanischen Firma Baker Hughes, einem Ausrüster für die Ölindustrie, sind derzeit 747 Bohrlöcher in den USA in Betrieb. Ein Jahr zuvor lag die Zahl nur bei etwa 550. Trotz des starken Anstiegs liegt die Zahl der Ölbohrlöcher aber immer noch deutlich unter dem Höchstwert von 2014, als rekordhohe Ölpreise die Zahl der Bohrlöcher auf etwa 1.600 steigen ließ.

Quelle: DPA

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