Erhöhung der Netznutzungsentgelte

Verband: Windenergie ist Prügelknabe für ungerechtfertigte Gewinne

Die Windenergie sei der "Prügelknabe für ungerechtfertigte Monopolgewinne", monierte BWE-Präsident Ahmels heute in Berlin und reagierte damit auf die Ankündigung Vattenfalls, die Netznutzungsentgelte aufgrund der wachsenden Belastungen durch die Einspeisung von Windenergie anheben zu müssen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Bundesverband Windenergie (BWE) hat der Darstellung von Vattenfall Europe widersprochen, wonach wegen der zunehmenden Nutzung der Windenergie eine Preiserhöhung im Höchstspannungsnetz um mehr als 20 Prozent notwendig ist. Das Gegenteil sei richtig, erklärte BWE-Präsident Peter Ahmels am Dienstag in Berlin. Mit der vorige Woche vom Bundesrat freigegebenen Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) würden die Netzbetreiber entlastet.

Vattenfall müsse die Netzentgelte senken anstatt sie zu erhöhen, sagte Ahmels. Die Windenergie sei der "Prügelknabe für ungerechtfertigte Monopolgewinne". Der BWE-Präsident betonte gleichzeitig, vor der vollen Arbeitsaufnahme der Wettbewerbsbehörde wollten die Netzbetreiber "anscheinend noch einmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle nehmen". Auch mit den jetzt angekündigten Investitionen in das Stromnetz lasse sich die von Vattenfall Europe in Aussicht gestellte Anhebung der Netzentgelte "nicht ansatzweise erklären". Dies zeige, dass in Deutschland dringend eine schlagkräftige Wettbewerbsbehörde für den Strommarkt gebraucht werde.

Vattenfall Europe hatte erklärt, die wachsenden Belastungen durch die Einspeisung der Windenergie könnten intern nicht mehr aufgefangen werden. Eine Entscheidung über mögliche Preiserhöhungen werde aber erst nach der Sommerpause fallen. Um die bei der Windenergie-Einspeisung auftretenden Schwankungen auszugleichen, müssten für den Zukauf von Strom derzeit rund 100 Millionen Euro aufgewendet werden. Um sich gegen den Vorwurf der Preistreiberei zu verteidigen, will Vattenfall Europe die Kalkulationen zur besseren Transparenz von einem Wirtschaftsprüfer testieren lassen.

In welchem Umfang die in Erwägung gezogenen Preiserhöhungen im Höchstspannungsnetz auf die Strompreise der Regionalversorger für Industrie und Haushaltskunden durchschlagen, ist noch offen. Sicher scheint nur, dass dann Anhebungen unvermeidlich sein dürften. Inzwischen prüfen nach Medienberichten auch die Stromkonzerne RWE und EnBW höhere Gebühren in diesem Netzbereich.

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