Für niedrigere Tarife

VEA: Gaspreis vom Erdöl abkoppeln

Die Ölpreisbindung sei ein Relikt aus den sechziger Jahren, als die enormen Investitionen in den Leitungsbau für den damals noch relativ neuen Energieträger Gas abgesichert werden sollten, meint der VEA und fordert eine Abkopplung. Denn die Kopplung bringe nur satte Profite für die Energieversorger.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Angesichts dauerhaft hoher Ölpreise erneuert der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) seine Forderung einer Abkoppelung des Gas- vom Erdölpreis. "Wenn Saudi-Arabien ankündigt, den Ölpreis auch längerfristig bei 50 Dollar pro Barrel halten zu wollen, darf Erdgas aus Norwegen und Russland nicht automatisch teurer werden. Hier wird der Verbraucher ohne jede ökonomische Notwendigkeit zur Kasse gebeten", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Die Ölpreisbindung sei ein Relikt aus den sechziger Jahren. Die enormen Investitionen in den Leitungsbau für den damals noch relativ neuen Energieträger Gas sollten so abgesichert werden. "Heute sieht das aber ganz anders aus: Das Gasgeschäft hat mit dem Ölmarkt praktisch nichts zu tun. Die Koppelung bringt nur satte Profite für die Energieversorger und ständig steigende Rechnungen für die Verbraucher", so Panitz weiter.

Allein die Tatsache, dass rund die Hälfte aller Haushalte in Deutschland mit Erdgas beheizt wird, sei ein Beleg, dass Erdgas einen völlig eigenen Markt bediene. "Wenn der Gasmarkt endlich im freien Wettbewerb funktioniert, liegt der Gaspreis mit Sicherheit deutlich unter dem Ölpreis. Das Angebot auf dem Gasmarkt ist wesentlich größer", erklärte der VEA-Hauptgeschäftsführer. Dafür seien aber der freie Gasnetz-Zugang für neue Anbieter und eine funktionierende Regulierung des Marktes erforderlich.

In Großbritannien ist die Entkoppelung bereits Realität. Seitdem seien dort die Gaspreise um 20 Prozent gesunken.

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