Kein Wettbewerb

VEA erwartet Erdgaspreisanstieg für Herbst

Sinkende Erdgaspreise - das ist erstmal vorbei. Auch wenn der VEA in seinem letzten deutschlandweiten Erdgaspreisvergleich einen Rückgang der Gaspreise registrierte, rechnet er für Herbst mit einem dramatischen Anstieg aufgrund der Kopplung an den Ölmarkt. Ein weiterer Grund ist der mangelnde Wettbewerb.

25.06.2004, 08:59 Uhr
Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) rechnet für die zweite Jahreshälfte mit einemd deutlichen Anstieg der Erdgaspreise. Grund dafür sei die nach wie vor bestehende Preisbindung von Erdgas an die Erdölpreise.

Obwohl der VEA in seinem jüngsten Erdgaspreisvergleich einen Rückgang der Gaspreise um 5,1 Prozent registriert hat, befürchtet der Verband Auswirkungen der jüngsten Kostenexplosion auf dem Mineralölmarkt. "Ohne eine funktionierenden Wettbewerb wird die Preisbindung an Öl nicht zu kappen sein. Von Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt ist aber wenig zu merken. Die deutschen Erdgaspreise werden wohl auch in Zukunft zu den höchsten der EU gehören", kommentierte Dr. Volker Stuke, VEA-Geschäftsführer.

Die aktuelle VEA-Preisstudie mit Preisstand April 2004 untersucht 39 Versorgungsgebiete im gesamten Bundesgebiet. Wie schon in den vorangegangenen Preisvergleichen ist die EWE Oldenburg der günstigste Anbieter. Auffällig sind nach wie vor die drastischen Preisunterschiede von bis zum 30 Prozent. Laut VEA zeigen die Differenzen zum einen den fehlenden Wettbewerbsdruck und zum anderen die Einsparpotenziale.

Haupthindernis für die Liberalisierung des Gasmarktes ist laut VEA die unbefriedigende Regelung des Netzzugangs. Es fehle ein diskriminierungsfreier Netzzugang für Dritte. Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes habe die Politik nun die Möglichkeit, einen starken Regulierer zu schaffen. "Nur mit transparenten, diskriminierungsfreien und wettbewerbsfördernden Durchleitungsbedingungen kann Wettbewerb auf dem Gasmarkt entstehen. Dann könnten auch einzelne Standortnachteile deutscher Gaskunden beseitigt werden", hofft Stuke auf die Politik.

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