Solidarität gefordert

VEA: Energieversorger bereichern sich auf Kosten der Wirtschaft

Die großen Energieversorger in Deutschland verzeichneten Rekordgewinne, während insbesondere bei den energieintensiven Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der hohen Strompreise leide. Deshalb appellierte der Bundesverband der Energieabnehmer jetzt an die Solidarität der Versorger.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (red) - Auch von Seiten des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) kam heute scharfe Kritik an der Geschäftspolitik der großen Stromversorger. Anhaltspunkt waren die von RWE, EnBW und E.ON den Konzernen in der vergangenen Woche veröffentlichten Rekordbilanzen. "Die Konzerne füllen ihre Kassen zu Lasten der noch wehrlosen Kunden", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

"Die Strompreise sind allein im ersten Halbjahr um rund 30 Prozent gestiegen. Die Versorger haben das mit höheren Brennstoffkosten und auch mit dem Emissionshandel begründet. Wenn aber gleichzeitig riesige Gewinne möglich sind, wird der Verbraucher ganz offensichtlich getäuscht", wetterte Panitz. Die derzeitige Preispolitik sei ein Akt der Willkür. Die Versorger nutzten ihre Marktmacht aus.

"Die Energieversorger schaden damit direkt der Wirtschaft. Insbesondere bei energieintensiven Unternehmen des Mittelstandes leidet die Wettbewerbsfähigkeit", appelierte Panitz dennoch an die Solidarität der Energieversorger. Angesichts der ohnehin weiter steigenden Großhandelspreise für Strom dürften sie nicht auch noch ihre Margen immer weiter ausdehnen. "Der Strompreis ist in Deutschland bereits an der Schmerzgrenze angelangt. Für Gewinnmaximierung von Monopolisten bleibt da kein Spielraum", sagte der VEA-Geschäftsführer.

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