Richtiger Schritt

VEA begrüßt Senkung der Netzpreise

Die Energiekonzerne E.ON und RWE haben eine Senkung ihrer Netzentgelte angekündigt, noch bevor die Bundesnetzagentur ihre Arbeit aufgenommen hat. Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) begrüßte heute diese "längst überfällige Maßnahme".

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (red) - Es zeige sich, so das VEA-Vorstandsmitglied Manfred Panitz, dass die Versorger ihre Kalkulationen für die Netznutzungsentgelte selbst für unangemessen halten. Auch wenn die Durchleitungsentgelte nur etwa 30 Prozent der gesamten Stromkosten ausmachten, sei ihre Reduzierung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhöhen. Besonders positiv bewertete Panitz insbesondere die Ankündigung E.ONs, kleine und mittlere Industriekunden stärker zu entlasten.

Diese aus Sicht der Kunden positive Entwicklung belege einmal mehr, wie wichtig die Regulierungsbehörde sei. Nur die neue Institution hätte den notwendigen Druck aufgebaut, ist sich Panitz sicher. Er kritisierte auch die Äußerungen der Gewerkschaften, die einen Eingriff in die Strompreise in den vergangenen Tagen abgelehnt hatten. Diese Forderung könnte nur dann gelten, wenn endlich funktionierender Wettbewerb existiere. Solange aber Netzmonopole und Oligopole den Strommarkt beherrschten, seien regulierende Eingriffe unverzichtbar. Das Geld für notwendige Investitionen in Kraftwerke und Netze hätten die Stromkunden schon seit Jahren vorfinanziert – ohne bisher ausreichende Investitionen der Stromkonzerne. Diese seien kein Grund für überhöhte Preise.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreiserhöhung

    Verivox: Preislasten beim Strom sind ungleich verteilt

    Strom ist aufgrund von steigenden Netzentgelten und zusätzlichen Abgaben in den vergangenen Jahren immer teurer geworden. Auf alle Abgaben wird auch noch die Mehrwertsteuer erhoben. Das gilt für alle deutschen Haushalte. Manche trifft es aber härter als andere.

  • Zusammenarbeit

    Eon: Bei Innogy-Übernahme gehen rund 5.000 Jobs verloren

    Eine Vereinbarung zwischen Eon und RWE könnte den gesamten Energiemarkt neu aufmischen. Die jetzige RWE-Tochter soll an Eon übergeben werden. Das soll Eon zufolge in den kommenden Jahren für etliche neue Arbeitsplätze sorgen, zunächst aber zu dem Abbau von rund 5.000 Stellen führen.

  • Hochspannungsmasten

    E.ON will Netznutzungsgebühren senken

    Das neue EnWG scheint erste Früchte zu tragen: Der Vorstandschef von E.ON Energie, Johannes Teyssen, kündigte heute in einem Zeitungsinterview an, die Netznutzungsentgelte seines Unternehmens auf breiter Front zu senken. Geschäfts- und kleinere Industriekunden werden am stärksten profitieren.

  • Strom sparen

    RWE verleiht Forderung unbegrenzter Atommeiler-Laufzeiten Nachdruck

    Der Essener Energiekonzern RWE rechnet damit, dass die Betreiber von Kernkraftwerken in der beginnenden Legislaturperiode "mindestens fünf" Anträge auf Übertragung von Stromkontingenten von neuen auf alte Meiler stellen werden, berichtet "Die Zeit" vorab. RWE plädiert dafür, die Laufzeitbeschränkung aufzuheben.

  • Strom sparen

    Industrie kritisiert stark gestiegene Strom- und Gaspreise

    Mit einem Maßnahmenbündel will der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) die Energiepreise in Deutschland senken. Er forderte die Bundesregierung auf, die Bedingungen des Emissionshandels und das EEG zu überarbeiten und kassierte dafür Kritik von allen Seiten.

Top