Vorwürfe haltlos?!

VDN reagiert auf Bereicherungsvorwurf: EEG-Umlagen werden bis 31. März abgerechnet

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) rechnen strikt nach den Vorgaben des EEG die witterungsbedingt unvermeidlichen Abweichungen zwischen tatsächlicher Einspeisung und Vorjahresprognose bis zum 31. März des Folgejahres ab und geben aufgetretene Differenzen über angepasste Quoten in den nächsten Quartalen an die Stromhändler zurück, teilte der VDN jetzt mit.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Den Vorwurf, die Übertragungsnetzbetreiber würden sich am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bereichern und hätten unberechtigt 520 Millionen Euro in ihren Kassen, haben die Unternehmen zurückgewiesen. "Ganz im Gegenteil rechnen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) strikt nach den Vorgaben des EEG die witterungsbedingt unvermeidlichen Abweichungen zwischen tatsächlicher Einspeisung und Vorjahresprognose schon bis zum 31. März des Folgejahres ab und geben aufgetretene Differenzen über angepasste Quoten in den nächsten Quartalen an die Stromhändler zurück", teilte der Verband der Netzbetreiber (VDN) jetzt mit.

Wenn die tatsächlichen Einspeisungen unter den Prognosen geblieben sind, erhalten auf Basis dieser Abrechnung die ÜNB zuviel weitergeleitete EEG-Strommengen von den Stromhändlern zurück und zahlen diesen die EEG-Durchschnittsvergütung, beschreibt der Verband die Vorgehensweise. Die Höhe dieser Abweichungen könne aber hinreichend verlässlich erst auf Basis der vorläufigen Datenmeldungen zwischen Netzbetreibern und Lieferanten zum 31. März ermittelt werden. Zudem sei aus heutiger Sicht das genannte Volumen von 520 Millionen Euro nicht nachvollziehbar, so der VDN weiter.

Das EEG sieht vor, die erneuerbaren Energien über die Netzbetreiber aufzunehmen und auf alle Lieferanten, die Letztverbraucher beliefern, zu verteilen. Mengen und Preis des EEG-Stroms, der über die ÜNB an die Lieferanten weitergegeben wird, werden quartalsweise auf Basis von Prognosen über die durchschnittlichen EEG-Einspeisemengen und -Vergütungen ermittelt (Aktuelle Daten zum EEG). Die durch witterungsabhängige Schwankungen des erneuerbaren Energieangebots unvermeidlich entstehenden Abweichungen zwischen diesen Prognosen und der tatsächlichen Einspeisung seien im außerordentlich schwachen Windjahr 2003 bei der Prognose des jeweiligen Folgequartals berücksichtigt worden. Damit hätten die für die Jahresabrechnung verbleibenden Differenzen trotz der hohen Abweichung der Windeinspeisung von der ersten Prognose vom September 2002 bereits unterjährig deutlich reduziert werden können.

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