Oberlandesgericht Karlsruhe

Urteil zu Bankgebühren: 7,50 Euro für Bareinzahlung ist zu viel

Für eine Bareinzahlung darf ein Kreditinstitut grundsätzlich eine Gebühr verlangen. Das Entgelt darf aber nicht über den Kosten liegen, die der Bank durch den Service entstehen.

Kontoführung© M. Schuppich / Fotolia.com

Karlsruhe - Die Verwaltung von Bargeld kostet Banken Geld. An diesen Kosten dürfen sie ihre Kunden zwar grundsätzlich beteiligen. Eine Gebühr in Höhe von 7,50 Euro für die Bareinzahlung von Münzgeld ist allerdings zu hoch, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe nach einer Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (Az.: 17 U 147/17).

Bank will Revision einlegen

Die Begründung des Gerichts: Dieses Entgelt geht über die Kosten hinaus, die der Bank durch die Nutzung des Zahlungsmittels entstehen. Kunden werden durch die sogenannte Münzgeldklausel daher unangemessen benachteiligt. Sie müssen das Entgelt auch in den Fällen zahlen, in denen sie beispielsweise ein Minus auf ihrem Konto mit der Einzahlung von Bargeld ausgleichen wollen. Da die Bank Revision eingelegt hat, geht der Fall nun vor den Bundesgerichtshof (BGH).

Quelle: DPA

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