Versteckte Kosten

Urteil: Werbung für kostenloses Girokonto ist irreführend

Ein Gericht hat einer Bank untersagt, Werbung für ein kostenloses Girokonto zu machen. Der Grund: Für die EC-Karte werden sehr wohl Gebühren fällig. Das sei für den Verbraucher irreführend, so das Landgericht Düsseldorf.

11.01.2017, 10:30 Uhr (Quelle: DPA)
EC-Karte© drubig-photo / Fotolia.com

Bad Homburg/Düsseldorf – Eine Bank darf einem Urteil zufolge nicht mit einem kostenlosen Girokonto werben, wenn sie für die Girocard (EC-Karte) eine Gebühr verlangt. Das Landgericht Düsseldorf untersagte auf Antrag der Wettbewerbszentrale einer Sparda-Bank in Nordrhein-Westfalen die Werbung als irreführend, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag bestätigte (Az. 38 O 68/16).

Aus Sicht der Wettbewerbszentrale hat das Urteil Bedeutung für die gesamte Branche, "weil es dem Versuch, Kosten zu verstecken oder durch die Hintertür einzuführen, eine klare Absage erteilt". Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

EC-Karte kostet zehn Euro im Jahr

Das Institut gehört zu der Sparda-Bankengruppe. Anfang April 2016 führte die Bank für die Ausstellung einer Girocard eine jährliche Gebühr von zehn Euro ein. Mit der Karte können die Kunden am Automaten Geld abheben, die Selbstbedienungsterminals nutzen und Kontoauszüge ausdrucken. Ob andere Institute des Sparda-Verbunds eine ähnliche Gebühr erheben, entscheidet jede Bank für sich.

Kostenloses Girokonto wird zur Ausnahme

Banken und einige Sparkassen hatten das Gratiskonto lange zur Kundenwerbung eingesetzt. Kostendruck und die Zinsflaute zwingen viele Institute jedoch zum Umdenken. Kostenlose Girokonten werden immer mehr zu einem Auslaufmodell.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Versichertenkarte

    Mit der Kreditkarte im Ausland bezahlen: Kosten und Alternativen

    Für die Kreditkarte kassieren viele Banken eine Jahresgebühr, Abheben im Ausland und andere Services kosten extra. Das ist aber nicht bei allen Instituten so: Mit neun unterschiedlichen Kreditkarten geht das alles auch gratis.

  • Apple Pay

    Sparkasse will Apple Pay bald für Girocards freigeben

    Mit Apple Pay können Besitzer eines iPhones unter anderem kontaktlos an der Kasse zahlen. Bisher funktionierte das aber nur mit Mastercard und anderen Kreditkarten. Die Sparkasse will demnächst die Verknüpfung mit der Girocard ermöglichen.

  • Kreditkartenrechner

    Nur noch wenige Banken bieten kostenloses Girokonto an

    Ein kostenloses Girokonto zu finden ist ab 2017 beinahe unmöglich. Einige Banken haben sogar weitere Preissteigerungen zum Jahreswechsel angekündigt. Aber nicht jedes Geldinstitut verlangt eine Kontogebühr.

  • Geld abheben

    Bis zu acht Euro am fremden Geldautomaten

    Am fremden Geldautomaten kann Geldabheben immer noch sehr teuer sein. Wie ein Test zeigt, können bis zu acht Euro für eine Abhebung fällig werden. Mit ein paar Tricks lassen sich die Zusatzkosten aber oft auch ganz umgehen.

  • Sparkasse

    Girokonto bei Berliner Sparkasse wird teurer

    Die Berliner Sparkasse erhöht die Kontogebühren für die meisten ihrer Kunden. Das klassische Girokonto kostet ab Dezember auch für Bestandskunden sieben Euro im Monat. Auch der Preis für das Online-Konto erhöht sich.

Top