Servicegebühr

Urteil: Gebühren für ausgedruckte Tickets sind unzulässig

Wenn ein Webportal anbietet, dass etwa Tickets für ein Konzert selbst zuhause ausgedruckt werden können, dürfen dafür keine Servicegebühren verlangt werden. Das entschied das Oberlandesgericht in einem bestimmten Fall.

Allgemeine Geschäftsbedingungen© Wilm Ihlenfeld / Fotolia.com

Bremen - Kunden müssen eine Servicegebühr beim Kauf von Tickets zum Selbstausdrucken nicht hinnehmen. Denn nach einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen ist es unzulässig, dafür eine Gebühr zu verlangen. Dem Unternehmen entstünden keine eigenen Aufwendungen, deren Ersatz verlangt werden könne. Entsprechende Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen seien daher unwirksam (Az.: 5 U 16/16).

Eventim verlangte Gebühren für das Ausdrucken

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte gegen die Bedingungen des Ticketverkäufers Eventim geklagt. Dieser hatte pauschal eine Gebühr von 2,50 für selbst ausgedruckte Tickets sowie 29,90 für einen sogenannten Premiumversand verlangt. Auch die zweite Gebühr sei unzulässig, weil die verwendete Klausel intransparent sei. Die Bearbeitungsgebühren für den Premiumversand sollten schon im Normalpreis des Tickets enthalten sein.

Eventim will sich zur Wehr setzen

Eventim erklärte, gegen die Entscheidung vorzugehen. "Wir haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt und gehen davon aus, dass es vor dem Bundesgerichtshof keinen Bestand haben wird", erklärte ein Unternehmenssprecher. Eine Revision zum BGH hatte das Gericht zugelassen.

Quelle: DPA

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