Tauschgeschäft

Untersee-Stromkabel zwischen Norwegen und Niedersachsen geplant

Norwegen und Niedersachsen sollen bis 2014 durch ein 570 Kilometer langes Stromkabel verbunden werden. So soll überschüssiger Windstrom aus Niedersachsen abgeleitet und bei Bedarf zusätzlicher Wasserkraftstrom aus Norwegen zugeführt werden können.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Das norwegisch-schweizerische Konsortium NorGer KS will mit dem Kabel künftig Strom aus deutscher Wind- und norwegischer Wasserkraft transportieren, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Hannover sagte. NorGer KS investiert rund eine Milliarde Euro in das Unterseekabel, das mit der Technik der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) arbeitet. Das Raumordnungsverfahren für das Kabel wurde bereits am Montag bei der Regierungsvertretung Oldenburg eröffnet.

"Das NorGer-Kabel soll überschüssigen Windstrom aus Deutschland ableiten und bei Bedarf günstigen Strom aus Norwegens Wasserkraft nach Deutschland transportieren", sagte der NorGer-Projektleiter Deutschland, Jens Harenberg. Damit werde der deutsche Markt für den günstigen skandinavischen Strom geöffnet. Zugleich werde vor dem Hintergrund des weiteren Ausbaus der Windenergie in Niedersachsen die Netzstabilität unterstützt.

Das Kabel hat den Angaben zufolge eine Kapazität von 1400 Megawatt, was der Leistung eines großen Braunkohle- oder Kernkraftwerks entspricht. Es wird voraussichtlich in der Region um Wilhelmshaven anlanden und bis zum Einspeisepunkt ins Höchstspannungsnetz unterirdisch verlegt. Die HGÜ-Technik sei das derzeit effizienteste und umweltschonendste Verfahren, um Strom über weite Strecken zu transportieren, sagte Harenberg.

Mit dem Einsatz norwegischer Wasserspeicher stehe für die schwankende Windenergie die derzeit effizienteste Energiespeicherform zur Verfügung, hieß es. Die Sicherheit des deutschen Stromnetzes und der deutschen Energieversorgung werde durch NorGer entscheidend gestärkt.

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