Regenwald schützen

Ungewöhnliches Klimaprojekt: Ecuadors bekommt Geld für Öl-Förderverzicht

Deutschland plant die Teilnahme an einem ungewöhnlichen Umweltschutz-Projekt in Ecuador: Das südamerikanische Land soll Geld dafür erhalten, dass es auf die Förderung von Öl verzichtet. Denn zahlreiche Ölvorkommen des Landes liegen in einem Regenwaldgebiet, welches zum Biosphärenreservat erklärt wurde.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Orellana (afp/red) - Die Verhandlungen über eine Unterstützung der Bundesregierung sollen im September beginnen, wie der deutsche Botschafter in Quito, Peter Linder, am Samstag mitteilte. Staaten, Investoren und Privatleute sollen Ecuador insgesamt 3,6 Milliarden US-Dollar (gut 2,8 Milliarden Euro) dafür zahlen, dass die Erdölvorräte des im Yasuní-Nationalpark gelegenen Regenwald-Gebietes Ishpingo-Tiputini-Tambococha (ITT) nicht ausgebeutet werden. Die Summe entspricht der Hälfte der möglichen Einnahmen durch die Ölförderung.

"Wir sind sehr zufrieden, dass Sie Deutschland als Partner ausgewählt haben", sagte Linder bei einem Besuch in der östlichen Provinz Orellana, in der ein Teil des Yasuní-Nationalparks liegt. Der Diplomat fügte hinzu, dass sich die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) bereits mit wissenschaftlichen Untersuchungen und Machbarkeitsstudien an der Yasuní-ITT-Initiative beteilige.

Regenwald und Klima schützen

Die Regierung in Quito hatte Anfang August zusammen mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) einen Treuhandfonds eingerichtet, in den die Mittel für die Initiative fließen sollen. Das Projekt soll die Zerstörung des Regenwaldes eindämmen und dem Kampf gegen den Klimawandel zugute kommen. Nach Angaben aus Ecuador wird durch den Verzicht auf die Erdölförderung verhindert, dass 407 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre gelangen.

Der Yasuní-Nationalpark wurde 1989 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Im Boden des Gebiets lagern nach Angaben der Regierung 20 Prozent der ecuadorianischen Erdölvorräte. In dem Regenwald-Gebiet leben aber auch die letzten nomadischen Indianer des Landes, die für ihren selbstgewählten Rückzug von der Zivilisation bekannt seien. Zudem gibt es dort eine sehr große Artenvielfalt.

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