Millionenschäden

Unfälle beim Silvester-Feuerwerk: Welche Versicherung zahlt?

Durch Feuerwerkskörper und Knaller können in der Silvesternacht Schäden und Verletzungen entstehen. In welchem Fall welche Versicherung zahlt, erklärt die Volksfürsorge.

23.12.2005, 09:43 Uhr
Versicherungsvergleich© h_lunke / Fotolia.com

In diesem Jahr werden wieder für rund 100 Millionen Euro Feuerwerkskörper gekauft und in der Silvesternacht in den Himmel geknallt, so die Volksfürsorge Versicherungsgruppe. Durch unsachgemäßes Ballern entstehen Jahr für Jahr Millionenschäden, in Ambulanzen der Krankenhäuser herrscht zu dieser Zeit immer Hochbetrieb. Ob nun ein Feuerwerkskörper die Wohnung in Brand setzt oder ob eine Rakete den Verlust eines Auges bedeutet: Die finanziellen Folgen machen zusätzlich nüchtern. Doch wer kommt für den Schaden auf?

Hausratversicherung

Diese ersetzt Schäden, die durch Feuer oder auch Löschwasser an Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen entstehen. Oder ein Tischfeuerwerkskörper hat die Möbel in Brand gesetzt. Wer allerdings Geschosse, die nach Herstellerangaben nur im Freien verwendet werden dürfen, in der Wohnung zündet, wird Probleme mit seiner Versicherung haben, so die Volksfürsorge.

Wohngebäudeversicherung

Gerät durch einen Feuerwerkskörper das Haus in Brand, zahlt die Wohngebäudeversicherung die Schäden, die zum Beispiel am Mauerwerk oder am Dach entstehen, aber nicht an der Wohnungseinrichtung. Auch der Hausbriefkasten ist versichert, wenn er durch einen in ihm gezündeten Böller zerstört wird.

Private Haftpflichtversicherung

Diese tritt ein, wenn beispielsweise mit einem Feuerwerkskörper ein Schaden angerichtet oder ungeschickt mit Knallfröschen hantiert wird und nun der Geschädigte Schadenersatzansprüche bei dem Versicherungsnehmer geltend macht, oder man als Gast in der Wohnung eines Bekannten Schaden angerichtet hat, erklärt die Versicherungsgruppe. Hantiert ein Kind ungeschickt mit Knallfröschen oder Raketen und es passiert etwas, kann die elterliche Aufsichtspflicht verletzt worden sein. Auch dann leistet die Versicherung an den Geschädigten.

Allgemein gilt: In der Silvesternacht muss sich jeder in der Nähe von Leuten mit Feuerwerkskörpern bewusst sein, dass nicht jeder vorsichtig mit den zum Teil gefährlichen Krachern umgeht. Deshalb führt eine Verletzung, die ein anderer verursacht hat, nicht unbedingt zu einem Schadenersatzanspruch (etwa Schmerzensgeld). Es kommt - wie so oft - auf den Einzelfall und ggf. die Absicht an.

Darüber hinaus sollten Eltern immer darauf achten, dass Kinder nur Feuerwerkskörper der Klasse 1 (Aufdruck BAM-P 1) in die Hände bekommen. Dabei handelt es sich um sogenannte Feuerwerksspielwaren. Böller und Raketen, also gefährliche Gegenstände, gehören in der Regel in die Klasse BAMP II.

Hundehalter-Haftpflichtversicherung

Ist der Haushund wegen des Krachs um ihn herum völlig irritiert und beißt jemanden ins Bein, zahlt in die Hundehalter-Haftpflichtversicherung.

Voll- und Teilkaskoversicherung

Wenn ein Auto in Übermut oder böswillig beschädigt worden ist und der Täter nicht ermittelt werden kann, zahlt die Vollkaskoversicherung. Haben Passanten Brand- oder Explosionsschäden an einem Auto angerichtet und sich unerkannt entfernt, kommt eine Teilkaskoversicherung für den Schaden auf.

Kranken- und Unfallversicherung

Wegen eines verirrten Feuerwerkskörpers muss ein Arzt (oder sogar ein Krankenhaus) aufgesucht werden. Das geht auf Krankenschein. Die Krankenkasse wird sich aber - wenn der Schuldige ermittelt werden kann - das Geld von ihm wiederholen.

Wenn ein Feuerwerkskörper einen bleibenden Schaden angerichtet - beispielsweise Hand oder Finger abgerissen, weil ein Knallkörper nicht schnell genug weggeworfen wurde – hilft eine private Unfallversicherung, den finanziellen Schaden zu mindern. Hier könnte der Versicherer allerdings die Frage nach einer Bewusstseinsstörung (zu viele Promille?) stellen.

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