UN-Bericht

UN: Arme Länder entwickeln sich wegen Strommangel nicht weiter

Ein Mangel an Strom bringt der UN zufolge den Fortschritt in den ärmsten Ländern der Welt zum Erliegen. Die Organisation ruft deshalb dazu auf, die Entwicklungshilfe für diese Länder deutlich auszubauen. Schätzungen zufolge werden allein 34 Milliarden Euro gebraucht, um die Minimalanforderungen zu erfüllen.

23.11.2017, 10:23 Uhr (Quelle: DPA)
Erde© chuck / Fotolia.com

Genf - Schlechte Stromversorgung behindert nach einem neuen UN-Bericht den Fortschritt in den 47 ärmsten Ländern der Welt. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen in diesen Staaten können ihr Potenzial nicht ausschöpfen, weil der Strom nicht ausreicht, nicht zuverlässig verfügbar oder viel zu teuer ist, wie die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) am Mittwoch in Genf berichtete.

Unternehmen und Haushalte ohne Strom

Die Firmen müssten im Durchschnitt zehn stundenlange Stromunterbrechungen pro Monat hinnehmen. Auch 60 Prozent der Haushalte in diesen Ländern hätten noch keinen Strom. Um das UN-Entwicklungsziel der Energieversorgung für alle bis 2030 zu erreichen, müssten die Anstrengungen mehr als verdreifacht werden.

Schätzung: 34 Milliarden Euro sind für Minimalanforderungen nötig

Allein die Minimalanforderungen zu erfüllen, koste nach Schätzungen zwölf bis 40 Milliarden Dollar (bis zu 34 Milliarden Euro) im Jahr. Solar- und Windanlagen hätten großes Potenzial, aber auch Wasserkraft und Kohle müssten genutzt werden. Geberländer müssten ihre Entwicklungshilfe in dem Bereich dringend aufstocken.

"Dabei geht es nicht nur darum, dass jeder Haushalt eine Grundversorgung hat", sagte Unctad-Generalsekretär Mukhisa Kituyi. Die Länder entkämen der Armutsfalle nur mit bezahlbarem und verlässlichem Strom, den Unternehmen produktiv einsetzen könnten.

Die 47 ärmsten Länder von Afghanistan bis Vanuatu liegen überwiegend in Afrika und Asien. Dazu gehören auch Bhutan, Nepal und Tansania.

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