Eigenheim-Zuschuss

Über 6 Milliarden Euro an Baukindergeld seit 2018 ausgezahlt

Das Baukindergeld wurde seit der Einführung fast 400.000 Familien zugesagt, gut 6,5 Milliarden Euro wurden bisher ausgezahlt, so die Förderbank KfW. Der größte Anteil der Zuschüsse floss demnach nach Nordrhein-Westfahlen.

22.01.2021, 08:34 Uhr (Quelle: DPA)
BaukreditDas Baukindergeld floss hauptsächlich an Familien mit einem Einkommen von weniger als 50.000 Euro, erklärt die KfW.© ArVis / Fotolia.com

Fast 310.000 Familien in Deutschland sind bereits in den Genuss des Baukindergeldes gekommen. Zwischen dem Start des Programms im September 2018 bis Ende vergangenen Jahres zählte die Förderbank KfW 309.948 Zusagen für den staatlichen Eigenheim-Zuschuss. Gut 6,5 Milliarden Euro Fördergelder für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie wurden in diesem Rahmen bisher ausgeschüttet, wie die KfW auf Anfrage in Frankfurt mitteilte.

"Das Baukindergeld hat sehr vielen - vor allem jungen - Familien geholfen, ein Eigenheim zu finanzieren. Damit kommt es genau bei denjenigen an, denen es am meisten hilft", bilanzierte KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster.

12.000 Euro Zuschuss pro Kind

Seit dem 18. September 2018 winkt Familien für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie der staatliche Zuschuss. Pro Kind gibt es 12.000 Euro, ausgezahlt in zehn Jahresraten zu je 1.200 Euro. Insgesamt stehen 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Zuschuss konnte rückwirkend beantragt werden: von Eltern oder Alleinerziehenden, die seit dem 1. Januar 2018 eine Baugenehmigung erteilt bekommen oder einen Kaufvertrag unterschrieben haben.

Baukindergeld ging hauptsächlich an Familien mit durchschnittlichem Einkommen

An der Leistung gab es immer wieder Kritik. So hieß es etwa, das Baukindergeld feuere die Immobilienpreise weiter an oder es profitierten Familien, die das Geld eigentlich nicht nötig hätten. Nach Angaben der KfW haben die meisten Antragsteller ein oder zwei Kinder (85 Prozent) und ein durchschnittliches zu versteuerndes Einkommen von weniger als 50.000 Euro (75,3 Prozent).

Zahl der Anträge auf Baukindergeld nahm Ende 2020 zu

Im vergangenen Jahr erhielten nach Angaben der Förderbank 124.731 Familien eine Zusage für Baukindergeld in einer Gesamthöhe von 2,6 Milliarden Euro. Ab September 2020 habe die Zahl der Anträge deutlich zugenommen, berichtete die staatliche KfW. Allein im Dezember seien 21.000 Anträge eingegangen. Vermutlich seien viele Menschen davon ausgegangen, dass die Förderung Ende 2020 auslaufe.

Wann läuft die Frist für die Anträge aus?

Tatsächlich können Anträge bis Ende 2023 gestellt werden. Zudem hat die Bundesregierung den Förderzeitraum bis zum 31. März 2021 verlängert, weil es wegen der Corona-Pandemie beim Bauen und beim Hauskauf teilweise zu Verzögerungen kam. Nun kann die Leistung beantragen, wer bis zum 31. März 2021 eine Baugenehmigung erhält oder einen Kaufvertrag für eine Immobilie unterschrieben hat. Von diesem Freitag (22. Januar) an müssen Antragsteller zusätzlich zum Grundbucheintrag Kaufverträge und Baugenehmigungen einreichen.

Große Nachfrage nach dem Baukindergeld in NRW

Die mit Abstand meisten Baukindergeld-Zuschüsse flossen den KfW-Angaben zufolge bisher in das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort wurden seit 2018 gut 64.400 Familien mit fast 1,4 Milliarden Euro gefördert. Auch in Bayern (47.572 Familien/knapp eine Milliarde Euro), Baden-Württemberg (41.786/ 909 Millionen Euro) und Niedersachsen (37.100/ 788 Millionen Euro) wurde das Baukindergeld demnach rege nachgefragt.

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