2018

Über 400 Millionen an Kindergeld ins Ausland überwiesen

Von Deutschland aus wird immer mehr Kindergeld ins Ausland überwiesen. Waren es 2012 noch rund 75 Millionen Euro, sind im vergangenen Jahr über 400 Millionen Euro der Zuschüsse auf ausländische Konten ausgezahlt worden.

Länderflaggen© Marcel Schauer / Fotolai.com

Berlin - Die deutschen Behörden haben im vergangenen Jahr Kindergeld in Höhe von rund 402 Millionen Euro ins Ausland überwiesen. Unter den knapp 252.000 Kindern, für die Kindergeld in europäische Staaten oder die Türkei überwiesen wurde, bildeten die polnischen Kinder (123.855) die größte Gruppe. Das geht aus der Statistik der Familienkasse für 2018 hervor. Gezahlt wurde zudem für rund 32.500 Kinder mit deutschem Pass, die im Ausland lebten. Wichtige Empfängerstaaten waren 2018 Rumänien, Tschechien und Frankreich.

Immer mehr Kindergeld wird ins Ausland überwiesen

Die Überweisungen sind in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen. 2012 war nach Angaben der Bundesregierung Kindergeld in Höhe von rund 75 Millionen Euro ins Ausland gegangen. Die Eltern der außerhalb Deutschlands lebenden Kinder können sich aussuchen, ob das Kindergeld hierzulande auf ein Konto oder ins Ausland geschickt wird.

CSU und AfD: Beiträge sollen an Kosten im Ausland angepasst werden

Die CSU hatte im Juni im Bundesrat einen Antrag zur Anpassung der Höhe des Kindergeldes an die Lebenshaltungskosten in dem Land, in dem das Kind lebt, vorgestellt. Der Finanzausschuss entschied jedoch, seine Beratungen zu der Initiative auf unbestimmte Zeit zu vertagen.

Die AfD bringt dazu voraussichtlich am Donnerstag im Bundestag einen Gesetzentwurf ein. Ein erster Antrag der Partei zur Kindergeld-Anpassung für im EU-Ausland lebende Kinder war im Oktober im Bundestag gescheitert. "Was in Österreich geht, muss auch in Deutschland möglich sein", sagte der AfD-Abgeordnete René Springer. Österreich hatte die Anpassung der "Familienbeihilfe" genannten Leistung an die Lebenshaltungskosten vor Ort zum 1. Januar 2019 eingeführt. Die EU-Kommission hat sich dagegen ausgesprochen, weshalb Österreich demnächst wahrscheinlich ein vertragsverletzungsverfahren droht.

Die Große Koalition hat wegen der Bedenken der Kommission bislang noch keinen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt. Die Bundesregierung bemüht sich allerdings, dazu auf europäischer Ebene eine Einigung zu erreichen.

Quelle: DPA

Passende Ratgeber
Das könnte Sie auch interessieren
  • Familie

    Bundesrat stimmt "Starke-Familien-Gesetz" zu

    Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat dem "Starke-Familien-Gesetz" zugestimmt. Damit ist der Weg frei für das Gesetz, das unter anderem einen höheren Kinderzuschlag vorsieht. Die Umsetzung erfolgt schrittweise.

  • Stromkosten

    EU: Firmen hätten nicht von Netzentgelten befreit werden dürfen

    Große Stromverbraucher wurden 2012 und 2013 in Deutschland noch von den Netzentgelten befreit. Zu Unrecht – entschieden die EU-Wettbewerbshüter jetzt und fordert Deutschland auf, das Geld von den betroffenen Unternehmen zurückzuholen.

  • Steuern

    Finanzdaten-Austausch mit zahlreichen Ländern startet

    Im Kampf gegen Steuerbetrug ist ein weiterer Schritt genommen. 50 Länder und Gebiete haben mit dem automatischen Austausch von Finanzdaten untereinander begonnen. Schlupflöcher gibt es aber weiterhin.

  • Atommüll

    Bundestag winkt Endlager-Gesetz durch

    Um neue Kriterien für die Suche nach einem Atommüll-Endlager zusammenzustellen, berieten Wissenschaftler, Umweltschützer und Politiker über Jahre hinweg. Der Bundestag winkte ein aktuelles Regelwerk für den künftigen Standort durch.

Top