Entscheidung

Tschechischer Konzern übernimmt Mibrag-Mehrheit (Upd.)

Der tschechische Energiekonzern CEZ hat sich im Verkaufsverfahren bei der Mibrag gegen die baden-württembergische EnBW durchgesetzt. Der Vertrag ist bereits unterzeichnet. Die CEZ betreibt unter anderem den umstrittenen Meiler in Temelin.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hohenmölsen (ddp/sm) - Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) aus Theißen (Burgenlandkreis) hat einen neuen Eigentümer. Die bisherigen US-amerikanischen Eigentümer NRG Energy und URS Corporation verkauften ihre Anteile von jeweils 50 Prozent an ein tschechisches Konsortium, wie der Braunkohlenproduzent am Mittwoch mitteilte. Dieses besteht aus der J & T Gruppe und Severoceske doly - einem Braunkohlenunternehmen der CEZ Gruppe.

Die CEZ ist ein Staatsunternehmen und zählt nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von über sechs Milliarden Euro im Jahr 2007 zu den zehn größten Energiekonzernen Europas, heißt es weiter. Unter anderem betreibt das Unternehmen zwei Kernkraftwerke, darunter den umstrittenen Meiler in Temelin, sowie 15 Kohlekraftwerke. Drei Viertel der in Tschechien produzierten Energie werde von der CEZ hergestellt. Mit der Mibrag wolle der Konzern Fuß auf dem deutschen Energiemarkt fassen.

Die Bestätigung der Presseberichte gab die Mibrag am Mittwochmittag. Am heutigen 25. Februar 2009 hätten NRG Energy und URS Corporation den Kaufvertrag mit den neuen Eigentümern unterzeichnet. Die Rechtsverbindlichkeit des Kaufvertrages trete ein, wenn die Europäische Kommission im Rahmen eines Fusionskontrollverfahrens die Übernahme genehmigt hat.

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft zählt zu den wichtigsten Energieunternehmen Ostdeutschlands. Sie fördert jährlich knapp 20 Millionen Tonnen Braunkohle und beschäftigt bei einem Umsatz von rund 328 Millionen Euro etwa 2500 Mitarbeiter. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) hatte deshalb während des Verkaufsprozesses auch eine Beteiligung ostdeutscher Kommunen ins Spiel gebracht, um den Braunkohlestandort Mitteldeutschland langfristig zu sichern.

Die Grünen warnten unterdessen vor weiteren Subventionen für das Unternehmen. "Es kann nicht sein, dass die Landesregierung mit einem neuen Braunkohlekraftwerk in Profen die Technik von gestern subventioniert, anstatt in die Zukunft zu investieren", sagte der Grünen-Landesvorsitzende Christoph Erdmenger.

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