Rekord

TK: Deutlich mehr Versicherte melden Behandlungsfehler

Bei der Techniker Krankenkasse haben die Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehler durch Versicherte 2017 einen Rekordwert erreicht. Die meisten Beschwerden bezogen sich dabei auf chirurgische Behandlungen gefolgt von zahnärztlichen Versorgungen.

Krankenversicherung© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Berlin - Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im vergangenen Jahr einen Rekord bei Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehler verzeichnet. 5.500 Versicherte hätten sich 2017 an die gesetzliche Krankenkasse gewendet, weil sie bei sich einen Behandlungsfehler vermuteten, sagte eine TK-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Das sei ein Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zu 2016.

Mehr als 1.500 Beschwerden über Chirurgen

Die meisten Beschwerden gab es über Behandlungen beim Chirurgen (1.530 Verdachtsfälle). Danach folgten Zahnärzte (921 Verdachtsfälle), Allgemeinmediziner (547 Fälle) und Orthopäden (368 Fälle). Auf die innere Medizin entfielen 230 Beschwerden, Gynäkologen kamen auf 224 und Augenärzte auf 224 Fälle. Im vergangenen Jahr hat die TK den Angaben zufolge mehr als 15 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert.

Hinweise auf Behandlungsfehler verhärten sich in jeden dritten Fall

Medizinrechtsexperte Christian Soltau erklärte: "Die Versicherten sind heute wesentlich kritischer und selbstbewusster als früher." Die "Götter in Weiß" seien heute normale Dienstleister. "Deshalb klingelt bei unserer Beschwerde-Hotline auch häufiger das Telefon." Allerdings bestätige sich nicht jeder Verdachtsfall im Laufe der Überprüfung, unterstrich Soltau. Doch bei etwa jedem dritten Fall verhärteten sich die Hinweise auf einen Behandlungsfehler. Daneben dürfte es noch eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten Behandlungsfehlern geben.

Rechtsexperte: Gesetze müssen Patienten besser schützen

Gutachten sind für die gesetzlich Versicherten in der Regel kostenfrei und können auch für Schadensersatzverhandlungen mit dem Arzt, dem Krankenhaus, der zuständigen Haftpflichtversicherung oder vor Gericht genutzt werden. Die deutschen Gesetze müssten nach Soltaus Ansicht noch wesentlich stärker die Patienten schützen. Bisher müsse der Patient den Fehler eindeutig nachweisen. Das sei in aller Regel schwer.

Quelle: DPA

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