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Telekom will Spitzenposition im Mobilfunk zurück

Die Deutsche Telekom will die an den Rivalen Vodafone verlorene Spitzenposition im deutschen Mobilfunk rasch zurückerobern. Sowohl beim Umsatz als auch bei der Kundenzahl hat Vodafone den Konzern überrundet.

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Köln (dapd/red) - Telekom-Chef René Obermann sagte am Donnerstag auf der Hauptversammlung des größten deutschen Telekommunikationskonzerns in Köln: "Vodafone ist uns eine Nasenlänge voraus. Aber wir werden kämpfen, so lange, bis wir die Marktführerschaft wiederhaben."

Vodafone (www.vodafone.de) hatte erst am Dienstag berichtet, der Konzern habe die Telekom-Mobilfunksparte sowohl bei der Kundenzahl als auch beim Umsatz überholt. Für die Deutsche Telekom (www.telekom.de) ist der Verlust der Marktführerschaft im deutschen Mobilfunkgeschäft allerdings nur eine von vielen Problemen, die die Aktionärsversammlung überschatteten.

Probleme im In- und Ausland lassen Gewinne einbrechen

Drastische Kundenverluste in den USA, Milliardenabschreibungen in Griechenland und der anhaltende Preisdruck auf dem Heimatmarkt ließen die Gewinne der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr dramatisch einbrechen. Und auch im laufenden Jahr geht der Abwärtstrend nach den Konzernprognosen - wenn auch gebremst - weiter.

"Unser Sektor steht weiterhin massiv unter Druck", fasste Obermann die Lage vor den Aktionären zusammen. Harte Kritik übte der Manager deshalb an der deutschen und europäischen Regulierungspolitik im Telekommunikationsbereich. "Der regulierungsbedingte Preisverfall bei der Netznutzung muss gestoppt werden, sonst wird es keine neuen Impulse für den Breitbandausbau geben", verlangte Obermann vor den Aktionären.

Regulierung macht dem Konzern ebenfalls zu schaffen

Wenn Deutschland auch in Zukunft eine der weltweit modernsten Infrastrukturen haben wolle, seien weniger statt mehr Regulierung und stabile Netzentgelte notwendig. "Kein Vermieter baut ein Haus, wenn die Gefahr besteht, dass im Nachhinein die Behörden die Miete festlegen. Und das eventuell auf ein Niveau, bei dem er noch nicht einmal seine Kredite zurückzahlen kann", sagte Obermann. Allein die jüngste Absenkung der Durchleitungsgebühren im Mobilfunk habe die Branche 2011 rund 850 Millionen Euro Umsatz gekostet.

Offen ließ der Manager vor den Aktionären die Zukunft des derzeit größten Sorgenkindes im Konzern, des US-Mobilfunkgeschäfts. Der Konzern suche nach dem Scheitern des Milliardendeals mit AT&T weiter eine langfristige Lösung. "Ein vollständiger Verkauf wie an AT&T ist aber eher unwahrscheinlich", sagt Obermann.

Hoffnung auf mobiles Internet und Cloud

Obermann bekräftigte die Entschlossenheit des Konzerns, sich künftig neue Wachstumsfelder zu erschließen, auch wenn dazu in manchen Fällen langer Atem notwendig sei. Im mobilen Internet wolle der Konzern seine Umsätze bis 2015 auf 10 Milliarden Euro verdoppeln, sagte der Manager. Und mit den Cloud-basierten Dienstleistungen sei der nächste große Trend bereits absehbar. Derzeit erreiche die Telekom hier Wachstumsraten von mehr als 30 Prozent im Jahr. Allein in Deutschland erwarte die Telekom hier bis 2016 ein Marktvolumen von mehr als 17 Milliarden Euro.

Perspektiven sieht der Konzern außerdem im Geschäft mit dem "vernetzten Zuhause", mit intelligenten Netzlösungen etwa für die Energie- oder die Gesundheitsbranche sowie mit kombinierten IT- und Telekommunikationslösungen für Großkunden.

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