Radikaler Umbau

Telekom will Festnetz und Mobilfunk zusammenlegen (Upd.)

Die Deutsche Telekom plant laut übereinstimmenden Presseberichten einen grundlegenden Konzernumbau. Dafür sprechen auch Pläne, die der Konzern selbst auf einem Presse-Meeting bekannt gegeben hat.

25.02.2009, 11:48 Uhr
Telefon© Inga F / Fotolia.com

Düsseldorf/Hamburg (AFP/cm) - Die Deutsche Telekom steht offenbar vor einem grundlegenden Konzernumbau. Unternehmenschef René Obermann plane, die Festnetz- und die Mobilfunksparte in Deutschland zusammenzulegen, berichteten mehrere Zeitungen am Mittwoch übereinstimmend. In beiden Bereichen wird das schnelle Internet immer wichtiger, weshalb Angebote aus einem Guss neue Kunden anziehen und alte Kunden halten könnten.

Komplette Verschmelzung geplant

Die Telekom-Festnetzsparte T-Home und die Mobilfunktochter T-Mobile, die für rund die Hälfte des Umsatzes im Konzern stehen, sollen laut "Handelsblatt" und "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgaben) organisatorisch komplett verschmolzen werden. Ziel sei kein neuer großer Personalabbau, sondern bessere umfassende Angebote, berichteten die Zeitungen unter Berufung auf Unternehmenskreise. Stellen würden demnach vor allem im Management wegfallen. Die neue Deutschlandsparte solle künftig nur noch einen Vorstand haben, nicht mehr zwei.

Die Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) wollte die Berichte nicht kommentieren. Auch ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte: "An diesen Spekulationen beteiligen wir uns nicht."

Die Pläne will Obermann den Berichten zufolge am Donnerstag dem Aufsichtsrat vorstellen. Er könnte sie dann bereits am Freitag bei der Präsentation der Jahreszahlen für 2008 öffentlich machen. Obermann hatte nach seinem Amtsantritt bereits konzernübergreifende Verantwortungen eingeführt, ein komplettes Zusammenlegen der Festnetz- und Mobilfunksparte würde dieser Logik folgen.

Die Hintergründe

Festnetz und Mobilfunk sind in den letzten Jahren durch die zunehmende Bedeutung des schnelle Internets eng zusammengewachsen: Dieses spielt nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs eine immer wichtigere Rolle, zudem werden viele Telefonate bereits über das Internet abgewickelt. Die Telekommunikationsangebote verschmelzen daher zurzeit inhaltlich genauso wie technisch immer weiter. Zudem telefonieren immer mehr Menschen nur noch mobil oder über das Internet und kehren klassischen Festnetzangeboten deshalb den Rücken. "Einer solchen Entwicklung kann eine Integration von Mobilfunk und Festnetz entgegenwirken", sagte Telekommunikationsexperte Arndt Rautenberg dem "Handelsblatt".

Die Telekommunikationsunternehmen befinden sich schon seit langem in einem permanenten Umbau. Die Telekom holte bereits 2005 ihre Internettochter T-Online zurück in den Konzern und verschmolz sie mit dem Festnetzbereich, der Telekom-Wettbewerber Vodafone übernahm erst kürzlich vollständig seine Festnetztochter Arcor. Folgt die Telekom in Deutschland nun diesem Beispiel, sollen Mobilfunk und Festnetz laut "Handelsblatt" und "FTD" international jedoch weiterhin getrennt bleiben. Die Telekom bietet in vielen Ländern wie den USA nur Mobilfunk an.

Der Abgang Eicks hat den Umbau forciert

Der Unternehmensumbau bietet sich bei der Telekom derzeit an, da Obermann auch einige Posten im Vorstand neu besetzen muss. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick wechselt zum Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Ihm soll Berichten zufolge der bisherigen Festnetzchef Timotheus Höttges folgen. Höttges' Nachfolger könnte dann gleich die neue Deutschlandsparte mit Festnetz und Mobilfunk übernehmen. Laut "FTD" konnte sich der Aufsichtsrat bislang allerdings nicht auf die Besetzung des Postens einigen.

Telekom kündigt selbst integriertes Portfolio an

Für die Richtigkeit der Presseberichte sprechen auch programmtische Details, die die Telekom am Dienstag auf einem Presse-Workshop in Bonn bekannt gegeben hat. Demnach sollen künftig viele Dienste für Privatkunden sowohl vom Handy als auch vom Festnetz oder vom Fernseher (für Entertain-Kunden) aus abrufbar sein. Ein derart integriertes Produktportfolio solle im zweiten Quartal dieses Jahres eingeführt und künftig weiter ausgebaut werden.

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