Zu teuer

Telekom sucht Festnetz-Alternative für Neubaugebiete (Upd.)

Weil das Verlegen von Kupferkabel teuer ist, denkt die Telekom darüber nach, in Neubaugebieten künftig eine andere Lösung einzusetzen. Ein Pilotversuch soll klären, ob auch ein Drahtlos-Zugang die Versorgung gewährleisten kann.

Telekom© Deutsche Telekom AG

Berlin (AFP/red) - Es würden Überlegungen angestellt, in Neubaugebieten eine drahtlose, wirtschaftlich günstigere Lösung einzuführen, bestätigte ein Telekom-Sprecher am Samstag einen Bericht der "Saarbrücker Zeitung". Derzeit liefen Vorgespräche für einen mindestens einjährigen Pilotversuch.

Update: Pläne auf Eis gelegt

Kaum sind die Pläne bekannt geworden, hat die Telekom sie anscheinen wieder auf Eis gelegt. Wie Medien berichten, sei der Grund dafür, dass das Vorhaben für Irritationen gesorgt habe. Man wolle zunächst die Sorgen der Beteiligten zerstreuen, die befürchten, in ländlichen Gebieten werde der Festnetz-Ausbau eingestellt. Die Planungen seien ohnehin noch in einem frühen Stadium gewesen, so ein Sprecher. Ende des Updates

Drahtlos-Internet günstiger als Kupferkabel

Das Verlegen von Kupferkabeln für einen Festnetz-Anschluss sei in manchen Gegenden sehr teuer. "Da stellt sich für uns die Frage, geht das nicht auch günstiger", sagte der Telekom-Sprecher AFP. Daher wolle die Telekom den drahtlosen Telefonanschluss als sogenannte Universaldienstlösung testen. Dabei könne das alte Telefongerät weiter genutzt werden. Auch die Möglichkeiten seien dieselben wie beim Festnetz-Anschluss. Voraussetzung für die Einführung eines drahtlosen Anschlusses sei letztlich, dass sich die Qualität der Versorgung nicht verschlechtere und die Kosten für die Kunden nicht stiegen, erklärte die Telekom.

Mindestversorgung ist Pflicht

Das Unternehmen ist laut Telekommunikationsgesetz bundesweit zur Mindestversorgung der Bevölkerung verpflichtet. Dazu gehört neben öffentlichen Telefonzellen ein Anschluss für jeden Haushalt zu einem erschwinglichen Preis - egal, wo sich der Haushalt befindet. Eine drahtlose Telefonverbindung sei grundsätzlich möglich, da nicht gesetzlich vorgeschrieben werde, wie die Telekom ihre Pflicht zur Universaldienst-Versorgung technisch zu erfüllen habe, erklärte das Unternehmen.

Gebiete im Pilotversuch bekommen auch Festnetz

Bevor die Telekom einzelne Neubaugebiete an Stadträndern oder auf dem Land, bei denen sich ein Ausbau des Festnetzes als unwirtschaftlich herausstelle, mit drahtloser Telefonversorgung ausstatte, müssten zunächst Erfahrungen gesammelt werden, betonte der Sprecher. Daher solle in Absprache mit der für die Telekommunikationsunternehmen zuständigen Bundesnetzagentur und den kommunalen Spitzenverbänden ein Pilotversuch gestartet werden. Dazu liefen derzeit Gespräche. Die betroffenen Neubaugebiete sollen dem Sprecher zufolge in der Pilotphase aber parallel mit Festnetz ausgestattet werden.

Wie genau die drahtlose Technik aussehen wird, soll dem Sprecher zufolge in der Pilotphase getestet werden. Auf jeden Fall müsse sie einen adäquaten Ersatz für die bisherigen Festnetz-Anschlüsse bieten. Ein Vorteil der drahtlosen Versorgung werde aber eine höhere Bandbreite, also ein schnelleres Surfen im Internet, sein.

Telekom braucht viel Geld für Netzausbau

In den vergangenen Wochen hatten Pläne der Telekom für Protest gesorgt, fürs schnelle Internet-Surfen über den Festnetzanschluss zu Hause eine Datenvolumengrenze einzuführen. Die Begrenzung soll für neue Verträge gelten, die seit dem 2. Mai abgeschlossen werden. Altverträge sollen davon unberührt bleiben. Technisch wird das Vorhaben voraussichtlich nicht vor 2016 umgesetzt. Die Telekom begründet ihre Pläne zur Drosselung mit den hohen Kosten für den Netzausbau. Allein in den Festnetzausbau müssten in den nächsten Jahren sechs Milliarden Euro investiert werden.

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