Letzte Meile

Telekom-Konkurrenz bekommt kleinen Rabatt

Für die Leitung zum Kunden, die so genannte letzte Meile, müssen die Wettbewerber der Telekom künftig nicht mehr ganz so tief in die Tasche greifen. Trotzdem war niemand zufrieden nach der Entscheidung.

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Bonn (afp/red) - Ab dem 1. April solle der Konzern den Wettbewerbern die Leitungen für monatlich 10,08 Euro überlassen, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Bislang hatte die Miete 10,20 Euro im Monat gekostet, die Regelung lief am Donnerstag aus. Die Telekom hatte Mitte Januar eine Erhöhung auf 12,90 Euro bei der Bundesnetzagentur beantragt. Die Behörde begründete die geringe Veränderung mit sich gegenseitig aufhebenden Effekten durch erhöhte Investitionskosten bei gleichzeitigen Kostensenkungen, etwa bei den Betriebskosten.

Keiner ist zufrieden

Die Entscheidung traf sowohl bei der Telekom als auch bei deren Wettbewerbern auf Kritik. Die erneute Absenkung sei ein falsches Signal an alle Unternehmen, die in den Ausbau der Breitband-Infrastruktur investieren wollten, erklärte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme. Investitionen in - beim Leitungsausbau rückständige - ländliche Regionen würden so erschwert.

Nicht mehr als Symbolik?

Der Präsident des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko), Ralf Kleint, sprach von einer "symbolischen Absenkung". In den vergangenen sechs Jahren habe die Netzagentur die Preise "gerade einmal um 57 Cent oder 5,3 Prozent gesenkt". Das Entgelt für die Nutzung der letzten Meile liege in Deutschland etwa ein Fünftel über dem EU-Durchschnitt, kritisierte er. Die Absenkung des Monatsentgelts sei "definitiv zu gering ausgefallen", kritisierte auch der Geschäftsführer des Branchenverbands VATM, Jürgen Grützner.

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